Freitag, 7. Februar 2014

David, der Große

Hier (klick) habe ich vor ein paar Tagen die Tugendhaftigkeit Davids im Unterschied zur Torheit Sauls behandelt, weil David sich in seiner Sünde zu Gott wendete, während Saul trotzig wurde und Gott ob seiner Sündhaftigkeit zu fliehen suchte. Weshalb David von Gott schließlich zum Prototyp des Königs erhöht wurde und wir ihn (eigentlich) noch heute in der Kirche als Heiligen verehren, während Saul ins vergessen fiel.

Heute ließt die Kirche, genau am Übergang der Davidserzählung zum Bericht über dessen Sohn Salomo und dafür extra (und wie ich finde sehr passend) die Bahnlesung unterbrechend, das Lob auf David, das uns in den "Preisungen der Väter" im Buch Jesus Sirach (in den Kapiteln 44 bis 50; hier: 47, 2-11) überliefert ist. Direkt davor wurden die Richter und der Prophet Samuel gelobt, anschließend wird Salomo in seiner Weisheit, aber auch in seiner Torheit besungen werden. Saul taucht nicht auf. Er wird überhaupt nur in den Geschichtsbüchern behandelt und in einigen wenigen Psalmen beiläufig erwähnt - soviel zu seiner Wirkunsgeschichte. Ich zitiere mal aus der Übersetzung von Paul Rießler (Die heilige Schrift des Alten Bundes Bd. II, 1928), weil sie mir um längen lyrischer dünkt, als die Einheitsübersetzung.



Ein Nierenstück, getrennt vom Feueropfer,
ist David bei den Söhnen Israels.
Er spielte mit den Löwen, wie mit Ziegenböcken,
mit Bären, wie mit Lämmern aus der Herde.

Erlegte er nicht in der Jugend schon den Riesen
und nahm die Schmach vom Volke weg?
Er schwang mit aufgehobner hand die Schleuder
und warf den Hochmut Goliaths darnieder.

Er rief zum höchsten Herrn
und Er verlieh ihm Seiner Rechten Kraft,
den Mann zu töten, der im Kriege mächtig,
und zu erhöhen seines Volkes Macht.

So gab er ihm den Ruhm von zehnmal Tausenden
und ließ mit Herrngesang ihn preisen,
nachdem er ihm die Siegeskrone zugewandt.
Denn ringsumher rieb er die Feinde auf,
vernichtete die Widersacher, die Philister,
zerbrach bis auf den heutigen Tag ihr Horn.

Er brachte Lobpreis dar für jene seiner Taten
dem Heiligen, dem Höchsten, in gar schönen Worten;
aus ganzem Herzen sang er ihm
und war mit Liebe seinem Schöpfer zugetan.
Er stellte vor den Altar Sänger
und ihr Gesang floß hin zu süßen Liedern.

Er gab den Festen das Gepräge
und stattete die Festgezeiten bis zum Ende prächtig aus,
indem sie seinen heiligen Namen priesen
mit Liedern, die von morgens früh im Heiligtum erschallten.

Der Herr nahm seine Sünden weg,
erhob für alle Zeiten seine Macht,
gab ihm des Königtums Vermächtnis
und den erhabnen Thron in Israel.

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