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Donnerstag, 24. Februar 2022

Gottesmutter von Potschajiw, bitte für uns!

Die Gottesmutter von Potschajiw ist eine spätbyzantinische Ikone (Typus Eleusa, die Mitleidende, Erbarmende) aus dem Mariä-Entschlafens-Kloster (das zweitgrößte Kloster der Ukraine, gehört zum Moskauer Patriarchat[!]) in Potschajiw, eine Stadt am Rande der Karpaten im Westen der Ukraine, die zuweilen als das "ukrainische Lourdes" bezeichnet wird.

Das erste Wunder, eine Erscheinung Mariens in einer Flamme, soll in Potschajiw im Jahr 1193 geschehen sein, es ist noch heute im Stadtwappen abgebildet. Am Ort der Erscheinung sei eine Quelle entsprungen, die noch heute fließt. Weitere Wunder, insbesondere in Zusammenhang mit der Ikone der Muttergottes, sollen v.a. im 16. Jahrhundert geschehen sein.

Die Ikone wird von Katholiken wie auch Orthodoxen gleichermaßen verehrt (im 18. Jahrhundert entstandte Papst Klemens XIV zwei Kronen für die Ikone, eine für Maria, eine für das Jesuskind, womit er die Wundertätigkeit der Ikone anerkannte); sie ist besonders für die ukrainisch-griechisch katholischen Christen von großer Bedeutung.

Gottesmutter von Potschajiw, bitte für uns!

Montag, 25. Oktober 2021

Die Blindheit des Bartimäus

Ein Priester und Theologe, den ich ansonsten sehr schätze, hat gestern zur Bartimäus-Perikope (Mk 10,46-52) eine Predigt gehalten, die ich in mehrfacher Hinsicht für fraglich/falsch halte.


Zunächst wurde auf den Namen Bartimäus abgehoben, der einen "Mann ohne Eigenschaften" bezeichne, weil es eigentlich kein "richtiger" Name sei, da er wörtlich soviel wie "Sohn des Timäus" bedeute, was im Text selber ja auch so drinsteht. Nun ist es zwar richtig, dass Bar-Timäus wörtlich übersetzt "Sohn des Timäus" heißt, aber darum ist weder der Name noch sein Inhaber Bedeutungs- oder Eigenschaftslos. 

1. sagt dieser Name bereits so Manches aus: Offenbar war Bartimäus Sohn eines griechischen Vaters (denn Timaios ist ein griechischer Name) und einer jüdischen Mutter (darum jüdisch "bar": Sohn). Diese Tatsache mag für ihn bereits zu einer gewissen sozialen Ausgrenzung geführt haben.

2. ist es durchaus ein "richtiger" Name, der in der Kultur, in der er steht, sogar höchst bedeutungsvoll ist: Den Juden war ihre Abstammung ausgesprochen wichtig, so auch die Fortführung von Namen über Generationen hinweg. Darum das Unverständnis der Leute, als Elisabeth ihren Sohn Johannes nennt: "Es gibt doch niemanden in deiner Verwandtschaft, der so heißt." (Lk 1,61) Die Auslöschung oder das Vergessen eines Namens ist in dieser Kultur bis heute das schlimmste Schicksal, wogegen das Bewahren des Namens große Ehre und Gnade ist, weswegen Gott auch seinem Volk, mit dem er den Bund schließt, sagen kann, dass er ihm "Denkmal und Name" (Jes 56,5) gibt (hebr. jad waschem; davon hat jene große Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem [sie ist mehr als das, es ist u.a. auch eine Behörde, die Zurückkehrenden Juden die Staatsbürgerschaft verleiht] ihren Namen). Namen sind auch dann "richtig", wenn sie nicht besonders tiefgründig sind... In Italien heißen bis heute manche Männer "Primo" und "Secondo", wörtlich: "Erster" und "Zweiter" (erster Sohn, zweiter Sohn); der in Deutschland nicht seltene Name "Andreas" ist griechisch und bedeutet einfach nur "Mann" (gr. andros)... ist also ein Mann namens "Andreas" eigenschaftslos, weil sein Name einfach nur "Mann" bedeutet? (Und was sagt dieser Name über Frauen aus, die "Andrea" heißen?) [Besonders krass ist der Name Barrabas: bar abbas = Sohn des Vaters...]

Soviel dazu. Achja, und in Skandinavien ist es bis heute üblich, dass der Nachname "Sohn von..." lautet: z.B. Olafsson = Sohn des Olaf.

 

Was mich aber v.a. ins Grübeln brachte war das Insistieren des Predigers darauf, dass es hier angeblich gar nicht um eine körperliche, sondern um eine geistig/seelische Blindheit (gegenüber der Wahrheit) gehe. Dem muss man vom Textbefund her entschieden widersprechen. Zwar wird Blindheit biblisch häufig als eine geistige verstanden (aber nicht "immer", wie der Prediger meinte), die gegenüber Gott und seinem Heil als Blindheit des Verstandes oder Verirrung des Geistes gilt - darum ist Gott das Licht in der Finsternis, der "blinde Augen öffnet" (vgl. Jes 42,7; Offb 3,17) -, aber das ist hier offenkundig gerade nicht der Fall.

Einen Schritt zurück: Dass es sich um einen Bettler handelt stützt bereits eine körperliche Blindheit, denn es waren oft gerade die Lahmen und Blinden, die im Betteln ihren Broterwerb hatten, weil sie für andere Tätigkeiten nicht zu gebrauchen waren. Lahm war Bartimäus offenbar nicht, denn er springt auf und geht Jesus entgegen.

Dass Bartimäus nicht blind gegenüber Gott und seinem Heilswerk ist, nicht geistig blind oder verirrt, ist sofort überdeutlich, denn er hat offenkundig bereits von Jesus gehört und setzte bereits sein Vertrauen, seinen Glauben in ihn. Als er erfuhr, dass dieser Jesus in seiner Nähe ist, ruft er ihn sofort. Und nicht nur ruft er Jesus, etwa als "Jesus, Zimmermann aus Nazareth", wie ihn Leute benennen, die ihn nicht wirklich erkannten (vgl. Mk 6,3), sondern er ruft ihn als "Jesus, Sohn Davids", was nichts weniger als ein messianischer Hoheitstitel ist, denn aus dem Geschlecht Davids erwarteten die Juden ihren Retter (vgl. 2Sam 7,16; Röm 1,3). So heißt es in einem "Psalm Salomos" (aus dem 1. Jhd v. Chr., nicht in der Bibel, geben einen sehr getreuen Einblick in das religöse Denken der Zeit unmittelbar vor Jesu auftreten): "Sieh, Herr, darein! Lass ihren König wiederum erstehen, den Davidssohn, zur Zeit, die du erkoren, Gott, dass Israel, dein Knecht, ihm diene!" (PsSal 17,23 [Riessler])

Bartimäus ist nicht geistig/seelisch blind oder von Gott weg verirrt, im Gegenteil: Dieser (körperlich) blinde Bettler sieht mehr als alle anderen in dieser Episode, er erkennt den Messias und glaubt an ihn, dass er ihn heilen und (so wörtlich im Text) erretten kann.

Der Blinde sieht von Anfang an besser als die Sehenden, denn er sieht mit den Augen des Glaubens. Er wirft sein Obergewand fort (ein lebenswichtiges Kleidungsstück, das gerade Bettlern Nachts das Überleben sicherte) und wirft sich selbst mit aller Kraft und gegen den Schweigeruf der Umstehenden (alles körperlich Sehende!) Jesus entgegen und folgt ihm schließlich nach.

Donnerstag, 21. Oktober 2021

Geistlicher Egoismus

Nur so ein Gedanke - kann es sein? Wir sind oft geistliche Egoisten.

Was wir beten, was wir "in Kirche" tun, muss zuweilen uns etwas bringen: uns erfüllen, uns glücklich machen. Ob es Gottesdienste, Gebete, sonstige Aktivitäten sind.

Soziales Engagement soll "mich erfüllen", sonst mach ich's nicht... Caritas als Selbstzweck?

Und wie weit entfernt sind wir oft davon, wirklich für andere zu beten... Wir tun zwar so als ob, aber dann bitte nur in der Form und in der Weise die MIR zusagt, in der ICH mich ganz wiederfinde. Gott bewahre, ich müssten z.B. einen Rosenkranz für andere aufopfern, wenn ich selbst nicht ohnehin schon begeisterter Rosenkranzbeter bin... Beten wir wirklich für andere, oder nur damit/solange wir uns dabei wohlfühlen?

Geht es denn um mich? Ist "Kirche" (als Gebetsgemeinschaft) für mich da, oder für andere? Da ich Teil der Kirche bin: Bin ich für mich da, oder für andere?

Montag, 4. April 2016

Vaterunser eines Ungläubigen

Vater, wenn es dich gibt, wage ich es, mich an dich zu wenden. 
Wenn es dich gibt, ist dein Name heilig: er werde geheiligt.
Wenn es dich gibt, ist dein Reich die Ordnung und auch deren Glanz: dein Reich komme.
Wenn es dich gibt, ist dein Wille das Gesetz der Welten und das Gesetz der Seelen: dein Wille geschehe in uns allen und in allen Dingen, wie im Himmel, so auf Erden.
Gib uns, wenn es dich gibt, unser tägliches Brot, das Brot der Wahrheit, das Brot der Weisheit, das Brot der Freude, das Brot über allem Brot, das man dem verspricht, der dafür danken kann.

Wenn es dich gibt, habe ich dir gegenüber große Schuld: vergib mir meine Schuld, wie ich selbst gern denen vergebe, die mir etwas schulden.
Verlass mich in Zukunft nicht in der Versuchung, sondern erlöse mich von allem Bösen

(Jean-François Six)

Dienstag, 29. September 2015

.


Heiliger Erzengel Gabriel,
du starker Held Gottes,
steh mir in meiner Bedrängnis bei,
wie du einst in den Kampf zogst
gegen die Bedränger Israels.

Wie du dem Propheten Daniel
den Willen Gottes offenbart hast,
und die Zeichen zu deuten halfst,
so hilf jetzt auch mir,
dass ich die Zeichen erkenne
und den Willen Gottes tue,
auf dass ich Ihm gefalle.

Wie du die Geburt des Vorläufers
dem Zacharias verkündet,
und der heiligsten Jungfrau Maria
die Menschwerdung unseres Herrn
Jesus Christus
kundgetan hast,
so erleuchte auch mich,
dass ich immer mehr
zu dem Menschen werde,
den Gott in mir erdacht hat
und den Er jetzt schon in mir liebt.

Amen.

Sonntag, 20. September 2015

Gebet von Sünde und Gewissen

Herr Jesus Christus, Du bist verborgen im Sakrament Deines Todes, durch den Du die Sünden der Welt gebüßt und uns den Frieden des Herzens gebracht hast. Ich knie vor Dir nieder und bete Dich an. Die alten Christen haben Dich in diesem Sakrament genannt: Arznei der Unsterblichkeit, Gegengift gegen das Sterbenmüssen. So oft schon habe ich Dich als das Brot des Lebens in mich aufgenommen, und man hat mir dabei gesagt: Der Leib Unseres Herrn Jesus Christus bewahre Deine Seele zum ewigen Leben. Siehe, da bin ich nun vor Dir und ich bin ein Sünder. Ein noch leiblich lebender Mensch, in dessen innerste Gewissensmitte schon einmal, ja vielleicht schon oft, der ewige Tod eingebrochen ist. Auch dann, wenn Du mich, der ich innerlich tot war, wieder lebendig gemacht hast durch das unbegreifliche Sakrament Deiner Versöhnung, auch wenn die heilige Gnade wieder in mir lebt, muß ich es täglich erfahren: Noch steht der seeliche Tod vor der Tür meines Herzens. Noch lebe ich in meinem zur Sünde hingierenden Fleisch. Noch dräut jener Feind, dessen Werke aufzulösen Du zu uns gekommen bist im Advent deiner Menschwerdung, den Du hinausgeworfen hast in der ohnmacht Deines Kreuzestodes. Noch ist das Geheimnis der Bosheit am Wirken. Ich spüre es in den Versuchungen meines Leibes, in den Zweifeln meines Geistes. O heilbringende Opfergabe, noch dräut der Krieg des Feindes. Ich habe den Kampf gegen Fleisch und Blut, gegen Welt und Satan noch nicht endgültig bestanden. Noch ist für mich Niederlage möglich, Seelentod, ewige Hölle.
Aber ich weiß es im Glauben, ich bekenne es vor dem Sakrament Deines Blutes: Du hast mich erlöst. Du hast meinem Herzen Deine Liebe wiedergeschenkt im Blut Deines durchbohrten Menschenherzens. Du hast die tödliche sieche Menschheit angehaucht und ihr Menschen gesandt, zu denen Du sprachst: "Empfanget den Heiligen Geist. Wem ihr die Sünden nachlasst, dem sind sie nachgelassen" (Joh. 20,22). Seitdem ist es wahr geworden: "Du sendest Deinen Geist und alles wird neu, und Du wirst umgestalten das Antlitz der Erde" (Ps. 103,30). 
Bilde darum auch das Antlitz meines Herzens um. Gib mir den christlichen Geist der lauteren und schönen Gewissensklarheit. Gib mir die von Deiner Gnade geschenkte und von Deinem Gesetz gelenkte Freiheit des Christenmenschen. Gib mir Deine eigene Ehrfurcht vor der Majestät des Gewissens in mir und in den anderen. Laß mich in den Entscheidungen meines Herzens nie das Wort Gottes überhören, Dein Wort, Du im Sakrament so stummes und unüberhörbares Wort Gottes.
Laß mich Deinen Willen erkennen, Deinen Willen für mich, Deinen Willen gerade jetzt und hier in diesem Augenblick meines Lebens. Ich weiß, Herr, daß ich immer wieder Deinen Willen umzubiegen suche nach meiner Laune. Mein Herz kennt die tausend Kunststücke der Dialektik des sündiogen Menschen, solange mit meinem Gewissen zu handeln und zu feilschen, bis es nachgibt und nur noch das befiehlt, was ich will und gerne tue. Von den vorentschiedenen Leitbildern meines Lebens befreie mich. Erleuchte mich. Gib mir den Mut, mit unerwarteten Forderungen von Dir zu rechnen, den Mut, mir von Dir etwas zutrauen zu lassen, wozu meine Kräfte nicht auszureichen scheinen, den Mut, an Deine Kraft in meiner Schwachheit zu glauben und nach Deinem Willen zu fragen. Gib mir die Nüchternheit des wahren und ehrlichen Knechtes, der weiß, daß in Deinem Dienst eine kleine Tat mehr wiegt, als ein großes Gefühl und tausend hochgemute Vorsätze. Du kannst über mich verfügen, wie es dir gefällt, o Herr. Du kannst die Wunder Deiner überströmenden Gnade auch in der mittelmäßigen Gewöhnlichkeit des Lebens von jedermann bergen, Deinen Schatz in irdenen Gefäßen. Aber laß diese Wahrheit mir nicht zum Vorwand werden, hinter dem mein Herz seine Feigheit, Trägheit und Mittelmäßigkeit versteckt. Solches ist nie Dein Wille. Zeige mir Deinen Willen. Gib mir Kraft, als guter und getreuer Knecht Deinen Willen zu sehen und allezeit zu erfüllen.
Gib mir Deinen Segen und laß in meinem Herzen etwas aufbrennen von jenem Frieden, den die Welt nicht kennt, von jener unsäglichen Freude der Erlösten, denen die Sünden vergeben sind und deren Gewissen in lauterer Klarheit vor Gott steht. Ich möchte mit dem bekehrten Augustinus beten: "Nicht mit zweifelsschwangerem Herzen, nein, mit sicherem Gewissen liebe ich Dich, o Herr, Du hast mein Herz durchbohrt mit Deinem Wort" (Bekenntnisse 10,6). Selbst wenn meine Sünden röter wären als Scharlach, so bitte ich Dich doch: Sei meinem Gewissen die Unruhe, ohne die es keinen Frieden gibt. "Spät habe ich Dich geliebt, o Du Schönheit, so alt und doch so neu, spät habe ich Dich geliebt. Aber Du hast gerufen und meine Taubheit gespalten. Du hast geblitzt und gestrahlt und meine Blindheit in die Flucht geschlagen. Du hast geduftet, und ich habe den Hauch eingeatmet und lechze nun nach Dir. Du hast mich angerührt, nun bin ich entbrannt in Sehnsucht nach Deinem Frieden" (Bekenntnisse 10,27).
Laß mich in Deiner erlösenden Gnade ein fröhlicher Mensch sein, erfüllt von der Freude, die da ist die schönste Gabe Deines heiligen Evangeliums.
Amen.

(Hugo Rahner)

Mittwoch, 4. Februar 2015

Von David.

Nach Dir verlangt mich, Herr. 
Mein Gott, auf Dich nur hoffe ich.

Laß nimmer mich zuschanden werden!
Laß meine Feinde über mich nicht jubeln! 
Nicht einer, der auf Dich vertraut, wird je zuschanden.
Doch leer gehn aus die Abgefallenen. 

Belehre, Herr, mich über Deine Wege!
Gewöhne mich an Deine Pfade! 
In Deiner Treue leite mich!
Gewöhne mich daran!

Denn Du bist meines Heiles Gott;
stets hoffe ich auf Dich.

Gedenke Deiner Liebe, Herr,
und Güte! Sie sind von Ewigkeit.
Gedenk nicht meiner Jugendsünden, meiner Missetaten nicht!
Gedenk mir dessen nur, was Deiner Gnade würdig ist,
um Deiner Güte willen, Herr!

Der Herr ist gütig und wahrhaftig;
drum zeigt er Irrenden die rechte Bahn. 
Bedrückte leitet er, wie's richtig ist,
gewöhnt an seinen Weg die Dulder.  

Des Herrn Wege all' sind Lieb' und Treue
für die, die seinen Bund und seine Lehren halten.

Um Deines Namens willen, Herr,
vergib mir meine Schuld, so groß ist sie!

Ist irgendwo ein Mann in Furcht des Herrn,
so zeigt er ihm den Weg, den jener wählen soll.
Ihm ist das Glück auch hold;
sein Stamm ererbt das Land. 

Des Herrn Geheimnis eignet denen, die ihn fürchten;
in seinen Bund weiht er sie ein. 
Mein Auge schaut stets auf den Herrn;
denn meine Füße kann er vor dem Netz bewahren. 

Schau her auf mich! Sei gnädig mir!
Verlassen bin ich, elend.

Erweitere mein beklemmtes Herz!
Aus meinen Nöten rette mich! 
Schau meine Pein, mein Elend an!
Vergib mir alle meine Sünden! 

Betrachte meine Feinde, welche Menge,
den Haß, wie furchtbar sie mich hassen! 
Mein Leben schirme, rette mich,
damit ich nicht zuschanden werde! Ich harre Dein.  

Mir bleibe Unschuld!
Mir bleibe Redlichkeit! Ich harre Dein. 
Erlöse Israel aus allen seinen Nöten, Gott!

 
(Psalm 25 in der Übersetzung von Paul Rießler;
für eine Freundin, die den rechten Weg sucht.)

Dienstag, 30. Dezember 2014

O God of Earth and Altar

O God of earth and altar,
bow down and hear our cry,
our earthly rulers falter,
our people drift and die;
the walls of gold entomb us,
the swords of scorn divide,
take not thy thunder from us,
but take away our pride.

From all that terror teaches,
from lies of tongue and pen,
from all the easy speeches
that comfort cruel men,
from sale and profanation
of honor, and the sword,
from sleep and from damnation,
deliver us, good Lord!

Tie in a living tether
the prince and priest and thrall,
bind all our lives together,
smite us and save us all;
in ire and exultation
aflame with faith, and free,
lift up a living nation,
a single sword to thee.


(Gilbert Keith Chesterton, 1906)

Mittwoch, 20. August 2014

Gebet angesichts der Verfolgung


Allgütiger Gott,
Wir bitten Dich für unsere Brüder und Schwestern,
die wegen ihres Glaubens verfolgt und getötet werden:
Gib ihnen Kraft, damit sie in ihrer Bedrängnis
die Hoffnung nicht verlieren. Öffne Wege, damit sie leben können.

Wir bitten Dich auch für die Verfolger:
Öffne ihr Herz für das Leid, das sie anderen antun,
und für Deine Gnade, die uns Menschen allein bekehren kann.

Wir bitten Dich für alle, die aus religiösen, politischen
oder rassistischen Gründen verfolgt werden:
Sieh auf das Unrecht, das ihnen widerfährt
und schenke ihnen Deine Nähe.

Wir bitten Dich für die Kirche:
Stärke unseren Glauben durch das Zeugnis
unserer bedrängten Brüder und Schwestern.
Mach uns empfindsam für die Not aller Unterdrückten
und entschieden im Einsatz gegen jedes Unrecht.

Wir bitten für alle, die mit dem Opfer ihres Lebens
Zeugnis für Dich abgelegt haben:
Lass sie Deine Herrlichkeit schauen.

Gott unser Vater,
im Gebet tragen wir das Leiden der Verfolgten vor Dich
und die Klage derer, denen die Sprache genommen wurde.
Wir vertrauen auf Dein Erbarmen und breisen Deine Güte
durch Christus unseren Herrn und Gott. Amen.

Samstag, 28. Juni 2014

Neue Zeit

Es stehen interessante Zeiten vor der Tür.

Aus den Ergebnissen der vatikanischen Volksbefragung stellt der Vatikan als ein Ergebnis (s. hier) fest: 
»Eine erhebliche Zahl von Bischofskonferenzen stellt fest, dass da, wo die Lehre der Kirche in ihrer eigenen menschlichen und christlichen Schönheit in Tiefe weitergegeben wird, sie auch von einem Großteil der Gläubigen mit Freude angenommen wird.«

Und der ZK-Alois interpretiert das (hier) so: 
»Es wird deutlich ausgesprochen, dass viele Christen - auch da, wo die Lehre der Kirche über Ehe und Familie bekannt ist - Schwierigkeiten haben, sie anzunehmen«
Gemach. Der hat sich längst selbst überlebt.

Dann ist da jener neue Passauer Bischof, der SCHONWIEDER die Lehre der Kirche verteidigt und den Änderungswünschen gegen die kirchliche Morallehre über das zusammenleben der Menschen eine Absage erteilt (hier).

Morgen wird wenige Meter von hier auch in Freiburg ein neuer Bischof seine Kathedra besteigen. Ich kenne ihn persönlich und habe ihn mehrmals als Zelebranten am Altar erlebt. Ich weiß, dass ich seinem Wahlspruch "Christus in den Herzen" sehr beipflichten muss.
Sowohl der Apostel Paulus als auch Petrus sprechen wiederholt davon, Christus im Herzen zu tragen. 
Für Paulus ist es der "Christus im Herzen", der uns überhaupt Glauben lässt und uns die ganze Tragweite dieses Glaubens ermessen lässt:
»Durch den Glauben wohne Christus in eurem Herzen. In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet, sollt ihr zusammen mit allen Heiligen dazu fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt« (Eph 3,17-19)

Wenn der Apostel Petrus vom "Christus im Herzen" spricht, dann meint er weniger die Erkenntnis nach Innen, sondern die Ausstrahlung nach Außen und er mahnt in aller Eindringlichkeit: »haltet in eurem Herzen Christus, den Herrn, heilig!« Noch im selben Vers führt er aus, was es konkret bedeutet, Christus im Herzen zu heiligen: 
»Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt« (1Petr 3,15)

Das ist es wahrlich, das Stefan Oster in Passau bereits eifrig tut, und ich habe nicht den leisesten Zweifel, dass auch der Freiburger Stephan (mit ph!), der seine "Burgen", ein Bild für das himmlische Jerusalem!, im Wappen trägt, genau dies auch tun wird.
Es wird eine spannende Zeit! Beten wir für das Anbrechen eines neuen Tages in dieser sonst so lauen und bequemen Kirche in deutschen Landen!

Dienstag, 11. März 2014

Das Vaterunser und die Heilsgeschichte

Betet man die einzelnen Bitten und Anrufungen des Vaterunsers einmal in umgekehrter Reihenfolge, mutet es an wie eine Zusammenfassung der Heilsgeschichte. Ein Versuch.

Erlöse uns von dem Bösen,...

... und hole uns aus dem Sklavenhaus Ägypten heraus; reiße uns aus der Verlorenheit und bring' uns auf den Weg in die Freiheit!

Führe uns nicht in Versuchung...

... auf jenem Weg in das gelobte Land, der durch die Wüste führt - 40 Jahre lang -, auf dass wir alle Prüfungen bestehen!

Wie wir vergeben unseren Schuldigern,...

... so wird auch uns vergeben werden, denn wir wissen: Wenn wir ihnen nicht vergeben, wirst Du auch uns nicht vergeben!

Vergib uns unsere Schuld,...

... damit wir gereinigt und geheiligt werden um zu Dir zu gelangen, Dich anzubeten und Deine Gaben zu empfangen!

Unser tägliches Brot gib uns heute,...

... vergegenwärtige uns das Kreuzesopfer Deines Sohnes in der Eucharistie, gib uns diese höchste Gabe, diesen Vorgeschmack auf die ewige Heimat!

Dein Wille geschehe im Himmel wie auf Erden,...

... nicht mehr unser Wille; Dein Plan gelange zum Ziel, nicht unsere Pläne; Dein Ratschluss werde erfüllt und nicht von unserem Versagen hinausgezögert!

Dein Reich komme,...

... in dem wir Dich in Wahrheit verherrlischen können!

Dein Name werde geheiligt...

... bis in alle Ewigkeit, denn:

Du bist unser Vater im Himmel!

Mittwoch, 15. Januar 2014

Gebet um gute Bischöfe

... vom heiligen Kardinal John Fisher, der 1535 enthauptet wurde, weil er, wie auch der heilige Thomas Morus, den Eid auf den englischen König Heinrich VIII. verweigerte (weiteres, siehe hier).


»Lord, according to Your promise that the Gospel should be preached throughout the whole world, raise up men fit for such work. The Apostles were but soft and yielding clay till they were baked hard by the fire of the Holy Ghost.
So, good Lord, do now in like manner again with Thy Church militant; change and make the soft and slippery earth into hard stone; set in Thy Church strong and mighty pillars that may suffer and endure great labours, watching, poverty, thirst, hunger, cold and heat; which also shall not fear the threatening of princes, persecution, neither death but always persuade and think with themselves to suffer with a good will, slanders, shame, and all kinds of torments, for the glory and laud of Thy Holy Name. By this manner, good Lord, the truth of Thy Gospel shall be preached throughout all the world.
Therefore, merciful Lord, exercise Thy mercy, show it indeed upon Thy Church.«

Amen!

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Der Herr der Töpfe und Pfannen


Herr der Töpfe und Pfannen,
ich habe keine Zeit,
eine Heilige zu sein
und Dir zum Wohlgefallen
in der Nacht zu wachen,
auch kann ich nicht meditieren
in der Morgendämmerung
und im stürmischen Horizont.

Mache mich zu einer Heiligen,
indem ich Mahlzeiten zubereite
und Teller wasche.
Nimm an meine rauen Hände,
weil sie für Dich
rau geworden sind.

Kannst Du meinen Spüllappen
als einen Geigenbogen gelten lassen,
der himmlische Harmonie
hervorbringt auf einer Pfanne?
Sie ist so schwer zu reinigen
und ach, so abscheulich!

Hörst Du, lieber Herr,
die Musik, die ich meine?
Die Stunde des Gebetes ist vorbei,
bis ich mein Geschirr
vom Abendessen gespült habe,
und dann bin ich sehr müde.

Wenn mein Herz noch am Morgen
bei der Arbeit gesungen hat,
ist es am Abend schon längst
vor mir zu Bett gegangen.
Schenke mir, Herr,
Dein unermüdliches Herz,
dass es in mir arbeite statt des meinen.

Mein Morgengebet
habe ich in die Nacht gesprochen
zur Ehre Deines Namens.
Ich habe es im voraus gebetet
für die Arbeit des morgigen Tages,
die genau dieselbe sein wird
wie heute.

Herr der Töpfe und Pfannen,
bitte darf ich Dir
anstatt gewonnener Seelen
die Ermüdung anbieten,
die mich ankommt
beim Anblick von Kaffeesatz
und angebrannten Gemüsetöpfen?

Erinnere mich an alles,
was ich leicht vergesse;
nicht nur um Treppen zu sparen,
sondern, dass mein
vollendet gedeckter Tisch
ein Gebet werde.

Obgleich ich Martha-Hände habe,
hab' ich doch ein Maria-Gemüt,
und wenn ich die schwarzen Schuhe putze,
versuche ich, Herr,
Deine Sandalen zu finden.
Ich denke daran,
wie sie auf Erden gewandelt sind,
wenn ich den Boden schrubbe.

Herr, nimm meine Betrachtung an,
weil ich keine Zeit habe für mehr.
Herr, mache Dein Aschenbrödel
zu einer himmlischen Prinzessin;
erwärme die ganze Küche
mit Deiner Liebe
und erleuchte sie mit Deinem Frieden.

Vergib mir, dass ich mich absorge,
und hilf mir, dass mein Murren aufhört.
Herr, der Du das Frühstück am See
bereitest hast, vergib der Welt,
die da sagt: "Was kann denn
aus Nazareth Gutes kommen?"

(Gedicht: Teresa von Avila zugeschrieben; Bild: Francisco de Zurbarán)

Zurbarán, 1664 gestorben, war fast ein Zeitgenosse Teresas von Avila. Während sich die Niederländer jener Zeit darauf spezialisierten Blumen zu malen, malten die Spanier Küchenutensilien... eine das Alltägliche nicht verachtende Aufmerksamkeit scheint hier ein gemeinsamer Nenner zu sein.
Das Kind, das wir dieser Tage in der Krippe erblicken, in nicht mehr zu überbietender Banalität und "Erdnähe" also, mag ein Wink sein auf den Ort, wo wir Gott nicht nur nicht vergessen, sondern getrost auch suchen sollen. Der Futtertrog im Stall ist nicht nur ärmlich, er ist v.a. irdisch. Gott tritt ganz in diese Welt... das Mindeste, was wir tun können, ist, ihn nicht bloß im geistlich Verklärten und ungemein bodenlos Überhöhten, sondern zu allererst in eben dieser Welt zu suchen, in all ihrer Stupidität und scheinbaren Gottesferne.
Gott wird Mensch um uns zu erlösen. Um Ihm anzugehören müssen wir also selbst erstmal Menschen sein, bevor wir Erlöste sein können! 

Sonntag, 22. Dezember 2013

Das Schweigen Josefs

»Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum [...]. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.« (Mt 1,18-20.24)

Der Ziehvater Jesu, dessen biologische Verbindung zu Jesus von allen biblischen Zeugen dezidiert ausgeschlossen wird ("Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren"), ist eine verschwiegene Gestalt. Es sind keine Worte aus dem Mund Josefs überliefert. Er ist kein Mann vieler Worte, aber umso mehr ein Mann der Tat. Voll der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, Gott gehorsam und ihm völlig vertrauend.
In der Kirchengeschichte gab es verschiedentlich die Ansicht, dass Jakobus der "Herrenbruder", eine der drei "Säulen" der frühen Gemeinde in Jerusalem (Gal 2,9), der Autor des gleichnamigen Briefes ist. Wenn nun, wie dies auch öfters gedacht wurde, dieser Jakobus tatsächlich ein Sohn Josefs aus einer früheren Ehe, und nicht ein noch fernerer Verwandter ist, so mag im Jakobusbrief auch etwas vom Wesen Josef aufscheinen (denn der Apfel fällt nicht weit vom Stamm).

Der Autor des Jakobusbriefes ist merkbar wortkarg, er kommt ohne Floskeln aus und schreibt konzis. Und er warnt sehr deutlich vor der Macht des Wortes: "Denkt daran, meine geliebten Brüder: Jeder Mensch soll schnell bereit sein zu hören, aber zurückhaltend im Reden" (Jak 1,19). Auch Jakobus ist ein Mann der Tat, für den sich alles Reden und Glauben bewähren muss: "So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat. Wer meint, er diene Gott, aber seine Zunge nicht im Zaum hält, der betrügt sich selbst und sein Gottesdienst ist wertlos." (Jak 2,17.26) 
Jakobus wird von dem Kirchenhistoriker Hegesipp († um 180 in Jerusalem) beschrieben als "der Gerechte" und als "Burg des Volkes" geehrt, weil er bis zu seinem Martyrium oft im Tempel in Jerusalem auf Knien für das Volk betete, aus dem der Messias entstammte. Für Jakobus gilt die Liebe über alles und ihre Werke vor allen Worten. Die Werke der Liebe aber sind zu leisten ohne Ansehen der Person: "Ein reiner und makelloser Dienst vor Gott, dem Vater, besteht darin: für Waisen und Witwen zu sorgen, wenn sie in Not sind, und sich vor jeder Befleckung durch die Welt zu bewahren." (Jak 2,27)

Vielleicht können uns diese Beiden schweigsamen und umso mehr besonnenen Heiligen, gerade im Trubel vor Weihnachten, aber auch alle Tage, ein gutes Beispiel der Besonnenheit geben. Jeden Tag können wir (auch auf die Fürsprache des hl. Josef, des Patrons der Kirche!) mit dem Psalmisten den Herrn bitten: "Herr, stell eine Wache vor meinen Mund, eine Wehr vor das Tor meiner Lippen!" (Ps 141,3) 


PS. Ja, ich habe etwas geflunkert... der Engel ist eigentlich ein Verkündigungsengel in einem größeren Bild von Fra Angelico, und er gebietet nicht Schweigen, sondern zeigt zum Himmel... seis drum, es schien mir passend. :)

Dienstag, 16. Juli 2013

Würdig

»Würdig bist du, unser Herr und Gott, Herrlichkeit zu empfangen und Ehre und Macht.« (Offb 4,11a)

Wann immer mir dieser Vers begegnet (so heute in der Vesper), fühle ich mich in die Frühzeit meines katholischen Abenteuers zurückversetzt. Ich weiß nicht genau wieso, aber dass Gott "würdig" ist, würdig allem Guten, Schönen und Wahren, das hat mich damals schon sehr ins Staunen versetzt und tut es umso mehr, je mehr ich auch in die Theologie eindringe, v.a. in dogmatischer oder liturgischer Hinsicht.

Gott gebührt dies alles nicht aufgrund eines Anspruchs, den er erhebt, oder weil er es sonst irgendwie verlangt. Es gebührt ihm schlicht aufgrund der Tatsache, dass er Gott ist.
So gebührt ihm auch unsere Anbetung, unsere Liebe und unser Gehorsam nicht aufgrund eines despotischen Beschlusses, aufgrund von Eifersucht, Neid oder Habgier, sondern das Wesen Gottes selbst, seine Natur, sein Sein bestimmt, dass ihm all dies zukommt, so notwendig wie ein Körper Schwerkraft ausübt und andere Körper an sich zieht (selbst Newtons Apfel übt auf die Erde eine Anziehungskraft aus, sie ist nur bedeutend geringer, als die der Erde auf den Apfel...). Es ist schlicht so. Als mir das einmal klar wurde, ging vieles einfacher. :)

Vere dignum et iustum est, aequum et salutare...

Sonntag, 28. April 2013

It's insane!


Ich lebe in einer Diözese, in der Kirchenfunktionäre auf allen Ebenen den lieben langen Tag nichts anderes zu tun scheinen, als ihre eigene Kirche zu marginalisieren und sich und alle für die sie Verantwortung tragen (s. Bild) nach Kräften zu verdummen.
Theologen die den Atheismus predigen, sind fast schon zum Gewohnheitsmäßigen geworden. Was Augustinus noch als die Essenz der Sünde erkannt hatte und was man noch am positivsten als Zorn Gottes identifizieren kann, nämlich die curvatio in se ipsum, das Gekrümmtsein in sich selbst, wird jetzt zum Ideal, zum Ziel allen Strebens, zur obersten Agenda von "Kirche" erklärt. Applaus! Applaus!

Der Bischof nimmt derweil Anlauf zur Gründung seiner eigenen, alles tolerierenden Zeitgeistkirche. Auch hier wieder die selbe Verdummung: Toleranz und Liebe wird fälschlicherweise für die Taten der Menschen gefordert. Jeder ist halt so, wie er ist und soll so sein. Niemand darf etwas Besseres sein wollen oder zu Höherem streben, Gott bewahre!
So wie jeder ist oder gerade sein will, so will das auch Gott.
Es ist ein kleiner, schmiegsamer Taschengott. Er passt bequem in die Hosentasche und man kann ihn überall mit hinnehmen und jederzeit streicheln. Es ist ein braver Gott. Er will dich, genau so wie du gerade bist und nicht anders. Es spielt keine Rolle was du tust, hauptsache du tust es und lässt dich von niemandem davon abhalten oder dir etwas anderes erzählen! Du bist blöd!
Martin Buber übersetzt in seiner Bibelübersetzung das alttestamentliche Wort für Götze etymologisch korrekt mit "Gottnichts". Die Gottnichtse sind ein boomender Markt, Katholiken sind Stammkunden!

Das Z(d)K beschäftigt sich (mittels viel Geld und Lebenszeit) indes mit Scheinproblemen... Man "diskutiert" mit Gleichgesinnten zum 1000sten Mal über den selben Scheiss. Belügt sich selbst, um die Realität nicht wahrnehmen zu müssen, lacht über billige Witze. Der eigene Phantomschmerz ist eben oft gerade der schlimmste! Und irgendwie muss man sich ja schließlich eine Daseinsberechtigung verschaffen, und sei es, dass man diese in kindisch-bockiger "Kirchenkritik", die frappierende Ähnlichkeiten mit früh-adoleszenter Masturbation aufweist, zu gründen sucht.

It's insane!!
Die Räte und Gremien zerfleischen den Leib, von dem sie selbst ein Teil sind. Die Hand sägt den Arm ab oder reißt die Eingeweide aus dem Leib und nennt diese Tätigkeit in seliger Selbstzufriedenheit und erhobenen Hauptes ein "Streben nach Freiheit".

Es fällt mir so verdammt schwer, für diese Leute zu beten... Bibel hilft!

»[Ich] gedenke euer in meinem Gebet, dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen. Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist und wie überschwänglich groß seine Kraft an uns, die wir glauben, weil die Macht seiner Stärke bei uns wirksam wurde, mit der er in Christus gewirkt hat. Durch sie hat er ihn von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.« (Eph 1,16-23)

Samstag, 20. April 2013

Papa Benedictus

»Heute ist viel von der Abschaffung des Leidens die Rede. Es wird polemisiert gegen die angebliche Verherrlichung des Leidens in der christlichen Geschichte, die man als schädlichen Masochismus brandmarkt. Von einer Verherrlichung des Leidens um seiner selbst willen, von einer Lust am Schmerz kann in authentischer christlicher Tradition keine Rede sein. Aber der Glaube hat aus dem Leid, das der Widerspruch gegen das Glück zu sein scheint, eine Schule des Menschseins gemacht und an die Stelle der Arroganz seiner Abschaffung, die eine Lüge ist, seine innere Umwandlung gesetzt. Leid wurzelt tiefer als die Strategie seiner Abschaffung. Die wahre Antwort kann immer nur in einem Mit-Sein bestehen. Deswegen liegt im leiden Christi die Erlösung der Welt. Deswegen müssen wir das göttliche "Mit", das uns darin geschenkt ist, von innen her empfangen lernen und es in einem menschlichen "Mit" aufnahmen und weitergeben.«

(Joseph Kardinal Ratzinger, in seinem Geleitwort zum "Kreuzeslob" von P. Bonaventura Pihan, 1987; Bischof Vorderholzer, ein Vertrauter des emeritierten Papstes, eröffnete dieser Tage, dass dieser erhebliche gesundheitliche Beschwerden habe.)
Betet für unseren "Heiligen Großvater" Benedikt!

Sonntag, 7. April 2013

wahrhaftig und gegenwärtig

Mein Herr Jesus Christus!
Aus Liebe zu den Menschen bist du Tag und Nacht in diesem Sakramente gegenwärtig. Du erwartest, rufst und nimmst voll Erbarmen und Liebe alle auf, die Dich hier besuchen.

Ich glaube, daß Du im Sakramente des Altars gegenwärtig bist. Ich bete Dich an im Abgrunde meines Nichts; ich danke Dir für alle Gnaden, die Du mir erwiesen hast, besonders dafür, daß Du Dich selbst mir in diesem Sakramente geschenkt, daß Du mir Deine heiligste Mutter Maria als Fürsprecherin gegeben und daß Du mich gerufen hast, Dich in dieser Kirche zu besuchen.

So grüße ich denn heute Dein liebevolles Herz. In dreifacher Absicht möchte ich es tun: Erstens will ich Dir Dank sagen für dieses große Gnadengeschenk; zweitens will ich alle Unbilden wieder gutmachen, die Dir von Deinen Feinden in diesem Sakramente zugefügt werden; drittens will ich durch diesen Besuch Dich an all den Orten der Erde anbeten, wo Du in diesem heiligen Sakramente wenig verehrt wirst und ganz verlassen bist.
 
Mein Jesus, ich liebe Dich aus ganzem Herzen. Es schmerzt mich, daß ich Deine unendliche Güte bisher so oft beleidigt habe. Mit Deiner Gnade nehme ich mir vor, Dich in Zukunft nie mehr zu beleidigen. Für jetzt aber schenke ich mich Dir ganz, so elend ich auch bin. Ich entsage meinem Eigenwillen, meinen Neigungen, meinen Wünschen, allem, was mein ist, und übergebe es Dir. Verfüge von heute an über mich und alles, was mir gehört, so wie es Dir gefällt! Ich suche und verlange nichts andres als Deine heilige Liebe, die Beharrlichkeit bis ans Ende und die vollkommene Erfüllung Deines Willens.

Ich empfehle Dir die Seelen im Fegfeuer, besonders die, die das heiligste Sakrament und Maria, die seligste Jungfrau, am innigsten verehrt haben. Ich empfehle Dir auch alle armen Sünder. Endlich, mein geliebter Heiland, vereinige ich alle meine Gebete mit den Gebeten Deines liebevollen Herzens und so vereinigt opfere ich sie Deinem ewigen Vater auf und bitte ihn in Deinem Namen, er möge sie aus Liebe zu Dir annehmen und erhören.
 
(Alfons Maria von Liguori; aus dem Gebetsschatz von Weigl)