Und es kostete dir Mühe, die Kapelle zu verlassen. Du warst zu Hause hier. Siehst du, wie die Strenge der Liturgie Gott näher bringt?
(Der Weg, Nr. 543)
Und es kostete dir Mühe, die Kapelle zu verlassen. Du warst zu Hause hier. Siehst du, wie die Strenge der Liturgie Gott näher bringt?
(Der Weg, Nr. 543)
»Es gibt eine spezifische Liebe des Gläubigen zu guten Priestern, die wahrscheinlich nur im katholischen Raum vorkommt - eine qualitativ durchaus eigene Liebe, nämlich im Grund die dem Göttlichen zugewandte. Sie erfasst seinen Widerschein im "Transparent"; aber nicht "nur" wie im sonstwie frommen Menschen, sondern schon ausgesprochen in der Partizipation durch den charcter indelebilis. Jedoch auch wieder nicht "unpersönlich", durch den Menschen hindurch oder über ihn hinüber Gott allein "meinend". Der Mensch wird mit sehr persönlicher Liebe gemeint und umfaßt: mit der complacentia - dem Wohlgefallen - über die Schönheit des Widerscheins, mit glühender Dankbarkeit dafür, daß er durchsichtig ist und halbwegs "würdiger" Träger, mit großer Sehnsucht nach irgend einer Form der Nähe und Teilhabe, weil dies ja Annäherung zu verheißen scheint an Das, oder vielmehr Den, den er trägt, mit inniger benevolentia, die ihm sorgend und hoffend wünscht, er möge die Durchsichtigkeit und die Ähnlichkeit und alles, was dazu gehört, behalten und darin wachsen.
Aber diese Liebe, so sehr sie den Einzelnen angeht, bezieht sich eben tatsächlich in jedem Punkt auf das Göttliche, das da sichtbar wird, und so ist sie wahrscheinlich einfach ein Teil und ein Ausdruck der Unendlichen, unstillbaren Sehnsucht nach der visio betifica.«
»Welchen Gewinn können jene haben, die, ohne der Dreiheit der göttlichen Personen zu gedenken, nie anders Gott verehren denn als 'Gott'? Wäre er so über ihnen ausgerufen worden in der Taufe, so wären sie nicht getauft. Wenn sie ihn darum jetzt nicht anders anrufen, können sie dann wahre Christen werden? Nicht so hält es der vollkommene Anbeter. Nicht daß Gott Gott ist, vergegenwärtigt er sich, sondern, daß er der 'Vater' ist, die heiligste Dreifaltigkeit, der Gott Jesu Christi. Anders ist er der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. 'Gott Jesu Christi' aber ist seine höchste benennung.«