Dienstag, 19. November 2013

Der päpstliche Fragebogen

Meinungselite in Freiburg
Schon vor einigen Tagen bekam ich den berüchtigten Fragebogen samt vatikanischem und diözesanem Begleitschreiben von offiziell zugeschickt. Und ich kann nicht anders, als mich zu wundern. Besonders diesen Satz aus dem Begleitschreiben der Erzdiözese Freiburg finde ich beachtenswert: 
»[Bei der Befragung] stehen speziell bei uns in Deutschland die Fragen 3,4,6 und 9 im Fokus der Gemeinden und Diözesen. Die anderen Fragen werden seitens der Deutschen Bischofskonferenz beantwortet.«

Welche Fragen sind es damnach also, die nicht "im Fokus" stehen sollen, die "bei uns in Deutschland" nicht auf Pfarreiebene beantwortet werden sollen bzw. deren Beantwortung durch den Einzelnen dann wohmöglich rausgefiltert werden soll? Ach, nur so Nebensächliches wie die Frage nach Kenntnis und Verwirklichung von Heiliger Schrift und Lehre der Kirche im Bezug auf solch Nebensächliches wie Ehe, Familie und Sexualität (also z.B. nach Familiaris consortio und Humanae vitae).
Über die Kenntnis und die Annahme der kirchlichen Lehre möchte man offensichtlich nicht hören, was "die Basis" zu sagen hat, das machen "die da Oben" unter sich aus... Ob das damit zusammenhängt, dass "die das Oben" die "Basis" jahrzehntelang über eben jene kirchliche (und biblische) Lehre im Unklaren gelassen und zuweilen auch ohne rot zu werden belogen haben (s. Freiburger Handreichung)? Oder is das nur ein Zufall?

Die Sprüche auf den Schildern jener älteren Herrschaften (eine "Demo" gegenüber vom Erzbischöflichen Ordinariat in Freiburg im jahre 2010) sind ein schlagender Beweis dafür, dass die Träger keine Ahnung von der kirchlichen Lehre oder jener der Bibel haben. Das ist die Generation der Religionslehrer und sonstiger für die kirchliche (Aus)Bildung Verantwortlichen! Hier in Freiburg (und anderswo) ist das der unangefochtene und überall reich vertretene Mainstream.

Wer die kirchliche Lehre von Ehe und Sexualität kennt und nach ihr leben will, wer auch nur mal Familiaris consortio, Humanae vitae u.a.m. aufmerksam und wohlwollend gelesen hat, gehört hierzulande automatisch zu einer "Diaspora innerhalb der Kirche" und muss darauf gefasst sein, von der kirchlichen Obrigkeit nicht nur ignoriert, sondern auch regelmäßig vor den Kopf gestoßen zu werden. Wenn wir kirchliche Unterstützung suchen, dann finden wir diese anderswo, nämlich weltkirchlich (z.B. was der Päpstliche Rat für die Familie herausgibt, was aber zumeist nicht von der DBK verlegt wird!), beim Salzburger Referat für Ehe und Familie oder auf den Homepages US-amerikanischer Diözesen. In deutschen Landen herrscht weitestgehend Ebbe. Peinlich. Aber verständlich, dass man diesbezügliche Rückmeldungen an "Rom" besonders energisch kontrollieren will.
Das ist jedenfalls die Realität, und genau das will man schön für sich behalten. Ich schicke meinen ausgefüllten Fragebogen jedenfalls nicht "an Abteilung I, Pastoral", sondern samt kleinem Begleitbrief direkt nach Rom, und ich werde auch diese Knebelung nicht unerwähnt lassen.

Kommentare:

  1. ...yeah what's with that in deutschland??!?? wieso ist die theologie des leibes hier IMMERNOCH nicht angekommen??? menno. :( :( :( :( :(

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  2. "..direkt nach Rom,.."
    Vielleicht klingelt dann ja bald Dein Telefon...:)

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Ich freue mich über Meinungen, (sinnvolles) Feedback und Hinweise aller Art. Fragen sind auch immer willkommen, eine Garantie ihrer Beantwortung kann ich freilich nicht geben. Nonsens (z.B. Verschwörungstheorien, atheistisches Geblubber und Esoterik) wird gelöscht. Trolle finden hier keine Nahrung.