Donnerstag, 21. November 2013

Bischofstheater

Es wird wohl ein tragikomischer Winter.

Der Freiburger Ex-Oberhirte gibt sich cool, pfeift auf die Anordnung aus Rom und die Bischöfe von Trier und München pflichten ihm offenbar bei. So weit, so schlimm.
Zum Lachen finde ich es, dass man Rom attestiert, eine Diskussion nicht beenden zu können, man selbst aber derjenige ist, der durch das Schaffen von Fakten jedwedem legitimen Diskurs den Boden entzieht. Denn die Freiburger Handreichung ist eben gerade nicht, wie der Freiburger Ex-Oberhirte gebetsmühlenartig fabuliert, ein "Diskussionsbeitrag", sondern, ich Zitiere aus dem Vorwort der Handreichung, "Sie ist gedacht als eine Orientierung für die pastorale Praxis in den kommenden Jahren." Die Handreichung versteht sich selbst als die praktische Umsetzung von... ja wovon eigentlich? Vom Ergebnis eines "Dialogs" (s. hier) wohl kaum, denn der wird ja angeblich noch geführt (und die Handreichung ist angeblich nur ein Impuls für selbigen)?

Anyway: Das Heiße bei den jüngsten Entwicklungen ist wohl die Sache mit der Vorbildfunktion... Wenn Bischöfe nun tun können, was sie wollen, und einer nach dem anderen einem römischen Einspruch ganz einfach eine Absage erteilen können, dann ist es nur logisch und konsequent, wenn die Priester ihren Bischöfen gegenüber in Zukunft genauso agieren. Zwar ist das ja de facto ohnehin schon so, aber jetzt, durch den expliziten Ungehorsam einzelner Bischöfen gegenüber Rom, ist der priesterliche Ungehorsam gegenüber dem Bischof vollumfänglich legitimiert! (Auch der bischöfliche Ungehorsam ist nicht neu, etwa wenn man an die Weigerung der Bischöfe denkt, die notwendige neue Übersetzung des Messbuches umzusetzen, nur war dieser Ungehorsam bisher nicht derart öffentlich und dermaßen dreist!) Sehr bedenklich... (über die Wirkung auf die Laien macht sich Frischer Wind gerade, hier, Gedanken)
Die letzten beiden Ungehorsamsaufrufe wurden ja inzwischen von den deutschen Bischöfen gewissermaßen ratifiziert (eben die Verweigerung der Messbuchüberarbeitung, s. hier, und die Sache mit dem Kommunionempfang, s. dazu hier). Der nächste Ungehorsamsaufruf kommt bestimmt, und diesmal wird man sich gewiss v.a. auf die nun "ungehorsamen" Bischöfe berufen, statt auf irgendwelche toten oder exkommunizierten Galionsfiguren! (Was wird wohl nächstes Mal Thema sein? Werden dann die ungehorsamen Priester ein Memorandum verfassen, in dem sie erklären, dass sie vorhaben zu heiraten [oder schon geheiratet haben], um so eine Abschaffung des Zölibats zu erzwingen? Man darf gespannt sein.)

Auf den Punkt gebracht: Warum soll denn nun bitteschön irgend ein Priester noch auf seinen Bischof hören, wenn sich doch auch der Bischof von seinem Vorgesertzten nichts mehr sagen lässt?

Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll... Das fröhliche Selbstauflösen kann jedenfalls beginnen!


PS. Nur für alle Fälle führe ich mal "schisma" als neues Label ein... man weiß ja nie...

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