Mittwoch, 19. Dezember 2012

Eucharistischer Futterneid

Heute wurde ein neuer Rekord aufgestellt.

Eigentlich ist das bei uns in der Pfarrei sehr klug gelöst, indem immer ein etwa 1,5 Meter breiter Streifen zwischen den an der Stufe (oft auch kniend) Kommunizierenden und den Wartenden dahinter besteht... doof nur, wenn dieser respektvolle Abstand (der ja auch überaus praktisch ist, weil er denjenigen die kommuniziert haben einen Weg freihält) von einigen dazu verwendet wird, einfach in eine freigewordene Lücke zu springen, noch bevor der an dieser Stelle Wartende die Gelegenheit dazu bekommt... genau das ist mir heute 3 (drei) Mal(!!) nacheinander passiert... Erst wurde ich schlicht "überholt" (den linken Arm durfte ich behalten) und trat wieder zurück, dann kam jemand von links regelrecht angerannt und stieß sogar fast mit der Person zusammen, die dort gerade kommuniziert hatte, dann kam die Dame rechts von mir, die mit mir respektvoll Abstand hielt, auf die Idee, doch einfach "meinen" Platz zu nehmen... und alle Leute zur Rechten schlossen sich gesammelt dieser "Seitwärtseinordnung" an (warum auch den Platz "verschwenden"), sodass ich wiederum da stand... ich vergewisserte mich dann, ob ich nicht vielleicht doch den offenkundigen Anschein erweckte, hier nur auf meinen Anschlusszug zu warten... "Nur zu, verehrte Dame, gehen Sie nur vor, das ist eh noch nicht mein Zug."... dem war aber nicht so.

Was soll das? Ist das ein bewusstes Streben danach, Unordnung zu provozieren, Andacht zu stören und Leuten eines auszuwischen? Oder ist es einfach nur Symptom eines egoistischen Tunnelblicks?

Interessanterweise wäre mir anschließend in der Mensa beinahe das gleiche nochmal passiert, nur dass diesmal die Person es tatsächlich selbst gemerkt hat, wohin sie sich manövriert hatte und mich freundlich bat, vor sie zu treten.


PS. Man sollte nicht in die Versuchung geraten, Freundlichkeit und Friedfertigkeit als Schwäche abzuurteilen... es wäre ja auch wenig christlich, in solch einem Moment, an solch einem Ort jemanden zu greifen, zu ermahnen oder zu tadeln... Es ist ja auch kein Weltuntergang und lässt sich verschmerzen... aber es erregt doch Besorgnis ob des Umgangs dieser Menschen mit dem Heiligsten... und es stört die Andacht, wenn man mehr oder minder angerempelt, umgerannt und (wiederholt) ausgestochen wird...

Kommentare:

  1. Ist mir leider auch schon passiert, obschon ich eigentlich schwer übersehbar und auch sonst so aussehe, als ob mit mir nicht immer gut Kirschen essen ist ... letztlich ist es ja nicht nur der "Umgang ... mit dem Heiligsten" oder das Stören der Andacht, sondern auch eine menschlich mal mehr, mal minder defizitäre Haltung: schlechter Kinderstube oder egoistischer Grundhaltung oder beidem oder irgendetwas dazwischen geschuldet.

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  2. ... übrigens genau in jener Kirche, die du wahrscheinlich auch meinst: Was zeigt, daß so manche "Frommen" nicht automatisch die "besseren" Christen sind. ;-)

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  3. Über dieses Faszinosum hab ich mich auch schon mal gewundert, bei uns gibt es an der Kommunionbank, ebenfalls zwei Reihen, zwischen denen, wenn alles glatt läuft, die, die bereits kommuniziert haben, wieder von der Bank wegtreten und der aus der Reihe dahinter macht einen Schritt vor zur Kommunionbank. Manche sind da einfach nicht fähig, sich einzufügen, warum auch immer.
    Die Kirche ist kein Biergarten…

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