Samstag, 22. Februar 2014

Liebenswürdige Hierarchie...


Auch auf die Gefahr hin, dass das wie Papolatrie oder irgendwie fetischisierend wirkt (ich bin mir der alltäglichen Realitäten im Vatikan durchaus bewusst; nicht nur die Medienberichte, auch der katholische [zumal akademische] Buschfunk ist zuweilen sehr deprimierend)... Heute kann ich nicht anders, als sentimental zu werden.

Es war bereits im letzten Konsistoriumn im November 2012 sehr bewegend, nicht nur die Zeremonie zu sehen, sondern auch die Herzlichkeit der Beteiligten. War es 2012 bereits herzerwärmend (ich hatte zuvor noch keine ausführlicheren Einrücke eines Konsistoriums gewonnen), so war der heutige Eindruck durch die Anwesenheit von gleich zwei Päpsten geradezu verdoppelt. 
Hier stolziert kein Regierungskader herum (vgl. hier), keine Politiker oder Machtmenschen (das eine oder andere "altgediente" faule Ei einmal unbeachtet gelassen). Auf unvergleichliche Weise zeigen die Riten und Bräuche, aber gerade auch die die Liturgie rahmenden persönlichen Begegnungen die große Liebe, die zwischen denen herrscht, die diese Kirche auf Erden leiten, allen voran natürlich der Papst und sein Vorgänger. Was die Kirche uns heute am Fest der Cathedra Petri an biblischen Texten vorlegt (ich habe das fest hier bereits behandelt), scheint mir erstaunlich gut zu passen: "seid nicht Beherrscher eurer Gemeinden" (1Petr 5,3).

BXVI und Pietro Parolin (die "Nummer zwei" im Vatikan)
Beeindruckt hat mich die Demut des emeritierten Papstes, der geradezu instinktiv den Pileolus abgenommen hat, um sich seinem und unserem sichtbaren Hirten ganz als Bruder zu nähern. Das hat er bei früheren Begegnungen nicht getan, ist aber hier, in diesem Kontext, der die gottgewollte hierarchische Struktur der Kirche auf gleichermaßen faszinierende wie rührende Weise illustriert wie kein anderes Ereignis, überaus angemessen.

Natürlich gehört auch "Inszenierung" dazu, und niemand beherrscht Inszenierung und das Ansprechen der Sinne besser als die katholische Kirche (Farben, Klänge, Gerüche, Berührungen [etwa Handauflegungen]...). Aber das Katholische liegt gerade auch darin, dass es das Menschliche nicht verdeckt. Der einzelne Mensch tritt da zurück, wo er zurückzutreten hat, weil ein anderer durch ihn handelt, aber es drückt sich umso mehr dort aus, wo wir Menschen auf einander verwiesen sind. Die Zärtlichkeit, die Franziskus von Anbeginn seines Pontifikats an gepredigt hat, ist kein Novum, sie ist urkatholisch!


Deo gratias für die neuen Kardinäle! Beten wir für unseren Papst und die Kardinäle, die ihm helfen, die unvorstellbare Last der Kirche zu tragen, dass ihnen Christus immer die Kraft dazu gibt!

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