Dienstag, 27. August 2013

US Kardinäle kritisieren den Papst?

Ende letzter Woche gab katholisches.info wiedermal einen kleinen Aufreger zum Besten. Dort heißt es (klick):
»aus den USA kommt nun erste direkte und erstaunlich harte Kritik an Papst Franziskus. Ausdruck fand sie in Interviews des Erzbischofs von New York und Vorsitzenden der amerikanischen Bischofskonferenz Timothy Kardinal Dolan und des Erzbischofs von Philadelphia, Charles Chaput. Kardinal Dolan spricht von einem „Mangel an Manager- und Führungsqualität“, Kardinal Chaput von einer gewissen Unzufriedenheit über die Wahl von Kardinal Bergoglio zum Papst in glaubenstreuen Kirchenkreisen.«

Witzig. Was seine Eminenz wirklich gesagt hat (hier nachzulesen):
»We also wanted someone with good managerial skills and leadership skills, and so far that hasn't been as obvious. It's a little bit of a surprise that he hasn't played his hand on that front yet. However, I think that's part of his strategy. He knows that the things we talked about a moment ago are more important because, in many ways, impression is reality. Having created this extraordinarily appealing impression -- which, by the way, is very genuine -- that he's a man of simplicity, holiness and simplicity will make it easier to do other things down the line. I think that was his first goal, and he's done it.
I would expect that after the summer lull, we'll see some more signs of management changes.«

Von der von katholisches.info behaupteten Kritik des New Yorker Kardinals steht da nix...
Zu dem was Eminenz Chaput aus Philadelphia sagte (siehe hier): 
»I would think that by virtue of his office, he'll be required to make decisions that won't be pleasing to everybody. This is already true of the right wing of the church. They generally have not been really happy about his election, from what I've been able to read and to understand. He'll have to care for them, too, so it will be interesting to see how all this works out in the long run.«

Auch das ist keine Kritik am Papst, sondern bloß eine Feststellung (was im Grunde auch bei katholisches.info schon stand... was sie nicht hindert, es als "Kritik am Papst" zu verkaufen). Eine gewisse Ironie ist es, dass gerade katholsiches.info der beste Beweis dafür ist, dass diese Feststellung leider häufig der Realität entspricht. Darüberhinaus beweist dieselbe Seite auch, mit welch haarsträubenden Methoden daran gearbeitet wird, damit genau diese Unzufriedenheit bleibt und gedeiht (z.B. hierhier und hier)!

Kommentare:

  1. Traurig, aber geschieht das nicht im alltäglichen Handwerk der großen Medien auch immer wieder?

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    1. Aber müssen ausgerechnet die "konservativen" Katholiken bei der Anti-Papst-Aufwiegelung mitmachen?

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