Mittwoch, 10. April 2013

Parallelkirche: Freiburg

Nun da sich die lang erahnte und befürchtete Diözesanversammlung in Freiburg nähert, kann man ja mal anfangen, sich damit zu beschäftigen.

Vor zwei Wochen wurden im Amtsblatt (Konradsblatt, Nr. 13/2013) Auszüge aus den so genannten "Perspektivtexten" (Elf an der Zahl) abgedruckt, die jeweils die Themen umreißen, mit denen sich die Versammlung (s. Bild) beschäftigen soll (ich lese dieses Druckerzeugnis nicht, wurde heute in der Uni darauf hingewiesen). Im Original umfassen sie 66 Seiten und wurden in Form eines "Readers" zuvor bereits "den Mitgliedern der anstehenden Diözesanversammlung" zugesandt; das Vorwort schrieb der emeritierte Weihbischof Paul Wehrle. Das Konradsblatt schreibt: "Verfasst wurden sie von Fachleuten aus der theologischen Wissenschaft. Allerdings nicht nach eigenem Gutdünken, sondern auf der Grundlage der zahlreichen Beiträge, die im Laufe des diözesanen Dialogprozesses gesammelt wurden."
Da sie im offiziellen Organ der Diözese veröffentlicht sind, kann man getrost annehmen, dass der Freiburger Erzbischof, dessen liebstes Kind ja der Dialogprozess und die in dessen Rahmen stattfindende Diözesanversammlung ist, diese Texte kennt und billigt. Zumindest aber, sind sie wohl Richtungsweisend für alles, was an der Diözesanversammlung geschehen soll.

Besonders ins Auge fiel mir bei der Lektüre der Auszug aus "Perspektivtext" Numero 2 "Dienste und Ämter / Leitungsvollmacht" (verfasst von Manfred Belok, Professor für Pastoraltheologie, Theologische Hochschule Chur). Dort ist zu lesen:
»Wir haben keinen Priestermangel, sondern Weihemangel. Denn: Es gibt genügend theologisch qualifizierte, spirituell verwurzelte und menschlich geerdete Frauen und Männer, die etwa als Gemeinde- und Pastoralreferent/innen ... durch ihren jeweiligen Ortsbischof öffentlich-amtlich für ihren Dienst beauftragt werden. Es wäre zu überlegen, diesem Personenkreis den Zugang zum Priesteramt zu öffnen.«
Tja... hmm...
Alles Wissenswerte dazu: hier.

Kommentare:

  1. Weihemangel, soso...naja, lassen wir den Stuhlkreis mal überlegen.

    (Ich möchte nicht kleinkariert erscheinen, aber der Städtenamen-Genitiv wird immer noch groß geschrieben, "Freiburger xyz" also, soweit ich weiß ;) )

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    1. Der Herr haben ein Problem mit Tippfehlern, ja? ;)

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    2. Man entschuldige diese Kleingeistigkeit, meine Namenswahl erfolgte ja auch nicht ohne Grund ;) Es brannte mir in diesem Artikel schon auf den Fingern ( http://invenimus.blogspot.de/2012/06/ihren-fruchten.html ), aber jetzt musste ich es dann doch mal rauslassen ;)

      Spaß beiseite, ich lesen diesen Blog wirklich überaus gerne - für mich genau die richtige Mischung aus Wissenschaft, Spirituellem und aktuellen Ereignissen. Danke dafür!

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  2. Die Kirche verdorrt, ja verdurstet ohne Priester und es sieht nicht so aus, als würde sich jemand ernsthaft Sorgen machen, dass das demnächst anders werden wird. Willkommen in der Diaspora! Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass die Kirche den anderen, von Liberalen, über Protestanten bis hin zu den Vulgärrationalisten, um unseren höchst geschätzten Herrn Bundespräsidenten zu zitieren und den -horribile dictu- aggressiven Kampfatheisten Schmidt-Salomonscher Prägung, so völlig kampflos das Schlachtfeld überlässt. Anstatt für Priesternachwuchs zu sorgen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, zieht man sich in Ecken zurück, aus denen man nicht mehr heraus kommt. Je mehr Bedingungen man betoniert,um so sicherer schrumpft man die Kirche zu einem Gebetsverein auf dem Niveau einer Lokführergewerkschaft. Nur das irrsinnig viele Geld, das die Kirche in Deutschland hat und noch zusätzlich vom Staat bekommt, bewahrt sie in unserer turbokapitalistischen Welt vor der völligen Einflusslosigkeit. Aber noch nicht einmal als Arbeitgeberin kann die katholische Kirche ihre Moraldoktrin noch ganz durchsetzen. Als sie es in Bonn versucht hat, hat man ihr den betroffenen Kindergarten kurzerhand weggenommen. Mit einer Schar vernünftiger Priester vor Ort hätte das niemals passieren können! Da wären die Eltern FÜR die katholische Kirche auf die Barrikaden gegangen. Nicht GEGEN sie. Bittere Wirklichkeit, aber wer die Nachwuchsförderung so sträflich vernachlässigt, hat's nicht besser verdient. Das weiß man in jedem Bezirksligafussballverein, nur nicht in der großen und gar nicht mehr mächtigen römisch-katholischen Kirche.

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