Donnerstag, 28. Juni 2012

Möhler und der Zölibat

hachja... Möhler... ;)
Johann Adam Möhler (1796-1838), der "edle Möhler", wie er schon zu Lebzeiten genannt wurde, der trotz seiner kurzen Schaffenszeit oft der "Kirchenvater der Moderne" genannt wurde/wird und den ich für meinen Teil schon lange sehr schätze, musste sich seinerzeit auch mit dem Zölibat rumschlagen. 
Anfang des 19. Jahrhunderts haben einige nicht-theologische Professoren in Freiburg die Abschaffung des Zölibats gefordert (mit exakt den gleichen "Argumenten" wie heute, inklusive "Priestermangel").
Möhler antwortete auf diese Forderungen mit enormer Sachkenntnis und zuweilen auch unvergleichlicher Ironie. Man kann Möhlers geniale und auch sehr lustige Streitschrift übrigens auch online nachlesen (gedruckt ist sie kaum mehr zu bekommen): Hier

»Die hier bezeichneten badischen Priester [denen jene Akademiker glaubten zuhilfe kommen zu müssen], bloße Schatten von geistigen und geistlichen Männern, hatten längst schon in ihrer inneren geistigen Armut, und darum nur äußerlich lebend und außer sich Lebensfreudigkeit suchend, gerufen "Wer wird uns Weiber geben?" Aus lobenswerter Absicht stimmen daher die Verfasser der Bittschriften [es gab 1928 mehrere solcher Petitionen] mit ein und sagen: "Gebt ihnen Weiber." [...] Ich gestehe, noch nie gehört oder gelesen zu haben, daß man, um die erstarrten Glieder an dem sittlichen Leibe Christi neu zu beleben oder um gründliche und geistvolle Theologen und begeisterte Prediger zu gewinnen, die Forderung gemacht habe, daß man vor allem für Weiber sorgen müsse, oder daß man, um solche Theologen und Prediger zu bezeichnen, vor allem anderen an ihnen bemerkt habe, daß sie im Besitze einer Gattin seien.«

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