Donnerstag, 7. Juni 2012

An ihren Früchten...

stat crux dum loquuntur omnes
Ok... die letzten Tage war ich etwas aufgekratzt, weil sich ca. 10% des Freiburger Klerus (gemeint ist das Bistum) für das deutsche Pendant zum österreichischen Ungehorsamsaufruf hergegeben haben... (aber zum Glück nur einer darunter, mit dem ich ab und an zutun habe, von dem ich aber auch nichts anderes erwartet habe).
Dazu gab es heute verschiedene Gedankenstränge, die ich hier mal zu bündeln verwsuche.

Es gab also Aufruhr im Ländle. Zugleich sehe ich aber auch, dass es auch anders geht.
So wie es aussieht, wird uns Exzellenz Zollitsch aller Voraussicht nach noch ein paar Jahre erhalten bleiben. Hoffnungsvolle Stimmen meinen, es sei, weil Monsignore Gänswein, der ja ein Sproß des Freiburger Priesterseminars ist!, noch für eine Weile gut beschäftigt ist.
Nun muss man Erzbischof Robert zugute halten, dass er sich, konkret und für seine Verhältnisse außerordentlich scharf, gegen das Memorandum von 2011 geäußert und auch die neueste Petition zumindest nicht gutgeheißen hat. (Konsequenzen hatte das Memorandum übrigens auch im Erzbistum Freiburg keine.)
Nichts desto trotz scheint die eine große Konstante in seiner Amtsführung die zu sein, dass er es überaus geschmeidig vermeidet, zu irgendetwas eine klare Position zu beziehen. Man hat immer das Gefühl, er will es jedem recht machen, was mich immer an Lk 6,26 denken lässt: "Weh euch, wenn euch jedermann wohlredet!"

Auch die Skandale und Skandälchen mit dem Freiburger BDKJ haben keine merkbaren Konsequenzen.
Wohin eine Motivation, wie sie etwa hinter dem Memorandum steht, führen kann, mag dieses kleine Beispiel erhellen: Im Freiburger Münster gibt es z.Z. Ministrantenknappheit, weil die ehemals ca. 50 Minis ausgedünnt wurden, nachdem festgestellt wurde, dass der vormalige Dompfarrer Claudius Stoffel (einer der Initiatoren der Freiburger Memorandumsunterstützungsaktion im letzten Jahr!) hier offenbar auf beiden Augen blind war. Die Minis nutzten die Pfarreiräume als Partyräume und religiös ist ein guter Teil der "Großen" Minis regelrecht verwahrlost. So sehr, dass es, offensichtlich, auch von außen sichtbar ist!

Anyway: Die Frage die mir immer drängender durch den Kopf geht ist die nach den Früchten, die all das Memorandieren, Dialogisieren, Ungehorsamsein Esallenrechtmachenwollen zeitigt.
Ich sehe so viel aufblühen, gerade da, wo einfach nur, plane and simple, die ganze Fülle des katholischen geboten und vermittelt wird. Um nur einige wichtige Beispiele zu erwähnen: Nightfever, Youcat, Mein Gott und Walter und das Nachfolgeprojekt Oh mein Gott; oder in Übersee: Imagine Sisters, Word on Fire, Kardinal Dolan (der knapp elftausend Fans auf Facebook hat und auch hierzulande viele Fans) und generell der "Generationswechsel" in den USA; allgemein aber auch der starke Zulauf bei den Priesterseminaren, die die Ausbildung in utroque usus bieten und natürlich die Weltjugendtage. Auch die "gruselige Straßenumfrage" neulich in Mannheim mag als Wink mit dem Zaunpfahl dienen.

Und was haben wir auf der anderen Seite? Das Schüren von Erwartungen mit der deftigen Enttäuchung und (bei häufiger Wiederholung) Resignation und Wut als systemimmanente Faktoren, offener Ungehorsam und haufenweise soziale oder pseudonützliche Schwachsinnsprojekte, die sich in nichts von den Projekten irgendwelcher säkularer Organisationen unterscheiden. Und immer wieder, seit 40 Jahren, die selben Schlagworte, die gleichen Parolen, die identischen Forderungen und in großer Zahl sogar die selben Leute die das Ganze tragen...

Abwarten und Tee trinken... von den Karthäusern lernen, heißt siegen lernen...: Das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht (bzw. während alle reden)!
Das wäre doch mal ein Aufbruch: Zum Kreuz! Zu dem, was steht, komme was wolle. 

Gute Nacht.

Kommentare:

  1. Dein kindliches Vertrauen in den Erzbischof in allen Ehren, kann ich deine Einschätzung trotzdem nicht teilen.
    Die Diözese Freiburg sorgt mit ihren kontinuierlichen Eskapaden immer wieder für aufsehen und die Passivität des Erzbischofs scheint mir auch dementsprechend programmatisch. Die Ehebrecher-Aktion würde auch nicht so viele Anhänger haben, wenn diese sich nicht sicher wähnen würden. Dass man hier weder mit Einschnitten beim Beneficium oder gar mit (gerechtfertigter) Suspendierung zu rechnen hat, kann man wohl kaum als einen Gestus der Unentschlossenheit deuten.
    Ein besonderes Geschmäckle bekommt das Ganze m.E. dadurch, dass Robbi noch auf dem Katholikentag gesagt hat, er würde sich für eine Änderung in dieser Sache einsetzen und mit vielen, auch aus Rom, in Kontakt und Unterredung stehen.....

    Ansonsten noch vielen Dank für den Hinweis auf die Initiativen, einige davon kannte ich noch nicht!

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  2. Naja; kindlich ist mein Vertrauen sicherlich nicht... ich wills mal so sagen: Ich habe die Hoffnung, dass er den Laden, trotz allem, nicht an die Wand fahren wird... und dass er wohl nächstes Jahr nicht in den Ruhesdtand gehen wird ist nicht etwas, was ich begrüße!

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