Sonntag, 8. Juni 2014

interreligiöses Pfingsten


Pfingsten ist mehr als ein christliches Wunder. Als Christen glauben wir, dass der Geist weht wo er will, und wir glauben, dass er überall dort wehen will, wo Menschen Gott suchen.

Man vergleicht gerne den Heiligen Geist mit dem Wind, und die Menschen mit einem Segelschiff. Ich finde diesen Vergleich sehr viel treffender, als den Geist etwa mit der Schwerkraft zu vergkleichen. Beides sind zwar Naturkräfte, aber während die Schwerkraft immer gleich wirkt, ja es unmöglich ist, sich gegen sie abzuschirmen (man kann ihr nur mit großem Aufwand widerstehen), bedarf das Segelschiff auch einiger Eigenschaften, um den Wind nutzen zu können. Zwar bewirken der bloße Luftwiderstand und die Reibung ein irgendwie geartetes Fortkommen, aber das ist eher ziellos und wenig hilfreich. Es braucht bestimmte Techniken und seemännisches Können, um den Wind "einzufangen" und nutzen zu können. So ist es auch mit dem Geist: Wenn man sich ihm nicht öffnet, sich auf eine gewisse Weise für ihn bereitet, dann verpufft er in seiner wesentlichen fruchtbaren Wirkung. Gott schenkt uns seine Gnade, aber er oktryiert sie nicht.

Das Treffen im Vatikan zwischen religiösen und staatlichen Führern des Nahen Ostens, scheint mir eine Gelegenheit gewesen zu sein, bei der die Segel geöffnet wurden. Jeder für sich, auf seine Weise. Aber doch in einer gewissen Gemeinschaft, nämlich als Kinder Abrahams und Geschöpfe des einen Schöpfers.
Als Christen dürfen wir darauf Vertrauen, dass der dreieine Gott auch in denen wirkt, die ihn nur unvollständig erkennen.
Es war ein schöner Anlass... hoffnungsvoll für den Frieden! Wie es an dem Treffen mit einem Zitat ausgedrückt wurde: Wer in Jerusalem Frieden schaffen kann, der kann in der ganzen Welt Frieden schaffen.
Orate fratres!

Kommentare:

  1. Das Treffen hatte meiner Meinung aber auch sehr viel Showcharakter - schon wg. der anwesenden Politiker. Der Geist weht, wo er will, das stimmt, aber die Spitze dieser Aussage weist auf Geistwirken jenseits der üblichen Grenzen, Erwartungen und festgelegten Vorstellungen - dafür war das gestern doch stark inszeniert - 'auf Bestellung' sozusagen.
    Ansonsten schließe ich mich denen an, die seit 1986 große Fragezeichen hinter diese interreligiösen Veranstaltungen setzen. - Wobei es korrekterweise sowieso 'interreligionell' heißen muß, das hat uns schon vor 30 Jahren unser Fundamentaltheologe flehentlich eingebläut. Gruß. Windlicht

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    1. Diese politiker sind es nunmal, die ziemlich direkt für den Frieden oder Unfrieden in der Gegend verantwortlich sind. Genau sie sind es ja darum auch, die primär eingeladen wurden!

      Das ist vllt. auch der größte Unterschied zu den Treffen in Assisi, dass hier eben die politischen Verantwortungsträger zusammentrafen... und zur Abwechslung mal nicht um zu politisieren, sondern zum beten. Ich finde das, gerde weil es so unüblich ist (soweit ich weiß noch nie dagewesen), durchaus bedenkenswert.

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    2. Gut, das kann man in der Tat als bemerkenswertes Novum sehen (betende Politiker) und muß es auch nicht gleich in die Ecke 'Synkretimus' 'Abrahamitische Ökumene ect.drängen. Aber es bleibt abzuwarten, ob hier wirklich Hoffnung geweckt wurde. - Allerdings: Die zitierte Aussage von 'Jerusalem-Frieden=Welt-Frieden' ist für mich nicht mehr als ein nettes Wortspiel und hat als Hintergrund eine religiös überzogene und überschätzten Sicht dieses Ortes. Gruß. Windlicht

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