Montag, 14. Juli 2014

Bischof Feige ist sauer

Was geht denn da ab? Seit wann äußern Bischöfe öffentlich ihr Unbehagen über die Ernennung eines Mitbruders? Mag ja sein, dass da immer wieder mal jemand eine andere Meinung vertritt, aber mit so einer öffentlichen Ansage trägt der Magdeburger Bischof Gerhard Feige (hier) nicht gerade zur Stärkung der Kirche in Deutschland bei. Er stigmatisiert damit den neu Ernannten und gebärdet sich selbst als die beleidigte Leberwurst... das ist alles andere als Glaubwürdig. Die Ehrfurcht und der Gehorsam gegenüber dem Papst, den er bei seiner Weihe versprochen hat, gestatten so eine öffentliche Wortmeldung m.E. nicht. Mit seiner Kritik beschuldigt er jedenfalls indirekt den Papst der Rücksichtslosigkeit und/oder Kurzsichtigkeit. Er unterstellt der Autorität in Rom ziemlich kaltschnäuzig, die Bedeutung Berlins nicht zu kennen. Geht's noch?

Ich für meinen Teil kann die Versetzung von Kardinal Woelki nach nur drei Jahren in Berlin nur so deuten, dass man offenbar in Rom besondere Pläne für Berlin hat. Gut möglich, dass die Ernennung von Woelki von Anfang an nur übergangsweise geplant war. In Rom wird man jedenfalls gute Gründe für die Entscheidung haben, denn auch dort weiß man durchaus um die Bedeutung der Bundeshauptstadt!

Kommentare:

  1. Bezüglich der vakanten Bischofssitze in Berlin, aber auch in Hamburg und Erfurt, habe ich indes aus zumeist gut unterrichteten Kreisen aus dem Dunstkreis der Bischofskongregation gehört, daß man inzwischen schon alle Namen aller deutschen Bischöfe und Weihbischöfe auf keine Zettel geschrieben und diese in die kleine Plastikkugeln gesteckt habe.
    Die Kugeln wiederum habe man schon in den entsprechenden dunklen Sack gemäß den einschlägigen kirchenrechtlichen Versackungsbestimmungen eingesackt.
    Auch sei der Sack schon gemäß der Statuten der Bischofskongregation jeweils viermal kräftig vom Präfekten und seinem Sekretär geschüttelt worden.
    Die Ziehung der drei Namen soll möglicherweise sogar am kommenden Mittwoch live bei Radio Vatikan übertragen werden.

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    1. Die Chancen auf einen guten Oberhirten stehen dabei genau so, wie auf einen mehrstelligen Betrag im Lotto.

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  2. Woelki wird meines Ermessens hier nicht beschädigt - ist ja eher ein Lob durch die Hintertür, da Feige der Weggang des Kardinals aus Berlin nicht schmeckt. Das zu sagen scheint mir legitim. Anders verhält es sich mit Teil 2 der Lamentatio: Der aufrechnende Vorwurf der zuwartenden Ernennungspraxis wegen beim Bistum Erfurt scheint schon etwas renitent ...

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  3. Wenn alle Kandidaten bereits Bischöfe sind, brauchen keine aufwendigen Gutachten über die Kandidaten mehr erstellt zu werden und die Sache kann wie in Köln sehr schnell gehen.

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  4. Im ersten Teil wie Andreas – das Unbehagen Bischof Felges verstehe ich und er hat auch das Recht, es zu äußern. (Von dem Faktum, daß sich zu dieser Ernennung ja sowieso jeder äußert, wann und wie er Lust hat, noch ganz abgesehen, warum also soll dies Bischof Felge verwehrt sein?) Darüber hinaus: auch die Bitterkeit Felges in Bezug auf die Neubesetzung des Erfurter Bischofsstuhls kann ich in gewissem Grade verstehen.

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    1. Nein, die "Bitterkeit" kann ich nicht verstehen. Wer halbwegs informiert ist -- und das möchte ich doch von einem (Nachbar-)Bischof erwarten --, weiß, daß das Problem in Sachen Erfurt nun wirklich nicht in Rom liegt. (Wer sich nicht informiert fühlt, lese die einschlägigen Beiträge bei PuL.)

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