Montag, 28. Dezember 2020

Kindermord von Bethlehem

 

Alle Jahre wieder werden wir durch irgendwelche offiziellen kirchlichen Kanäle mit der Auskunft beglückt, dass der Kindermord von Bethlehem ja eigentlich gar kein historisches Ereignis gewesen sei(n könne), weil er außerhalb der Bibel nicht bezeugt sei. So auch dieses Jahr wieder zielsicher auf katholisch.de (hier): »Eine zeitgenössische Bestätigung jedenfalls gibt es nicht. Vielmehr muss man einräumen, dass selbst der Historiker Flavius Josephus, der in seinen 'Antiquitates Iudaicae' doch recht ausführlich über die Herrschaftszeit des Herodes des Großen berichtet, kein Wort über einen Kindermord in Betlehem verliert. Sein Schweigen über dieses doch sehr grausame Ereignis ist zumindest ein sehr gewichtiges Indiz, dass der Kindermord keine historische Tatsache ist.«

Weil mir das schon sehr lange auf den Keks geht, hier mal die sehr gescheiten Ausführungen von Heinrich Klug ("Das Evangelium als Geschichtsquelle und Glaubensverkündigung", S. 499-501):

»Das Johannesevangelium, das als topographisch zuverlässig durch die wissenschaftliche Forschung immer mehr anerkannt wird, bezeichnet Bethlehem zur Zeit Jesu als einen ‚Flecken‘ (Joh 7,42: Komä = Dorf, Kastell). In einem solch kleineren Ort ist die Zahl der jährlichen Geburten nicht bedeutend groß. Bei dem Kindermord war diese kleine Zahl noch halbiert, weil die Mädchen nicht ermordet wurden. Außerdem muß aber besonders die damals große Kindersterblichkeitsziffer berücksichtigt werden. Gemäß damaliger Auffassung galt der Wert eines Menschenlebens als gering, vor allem bei der Anerkennung der Verfügungsmacht über Leben und Tod seiner Untertanen durch einen Tyrannen wie Herodes oder zur Befestigung der römischen Herrschergewalt. Unter dem römischen Prokurator Sabinus wurden nach einem Aufstand zweitausend Männer auf einmal ans Kreuz geschlagen und getötet. Ferner hatte nach heidnischer Aufassung vielfach der Vater das Recht, sein Kind nach der Geburt anzuerkennen oder zu töten. […]
Herodes ließ gleich bei seinem Regierungsantritt 45 Anhänger des letzten Hasmonäers hinrichten (Flav Jos, Ant 15,133). Auch gegen seine eigene Familie wütete er so, daß er die ganze männliche Nachkommenschaft des Hyrkanos ausrotten ließ. […] Flavius Josephus faßte sein Urteil über Herodes in die Worte zusammen: Herodes ‚wütete gegen Schuldige und Unschuldige mit gleicher Bosheit‘ (Flav Jos, Ant 17,634). Der Bericht des Evangeliums über den Kindermord des Herodes stimmt genau überein mit den außerbiblischen Angaben über die negativen Charakterzüge des Herodes: Ehrgeiz, Herrschsucht, Mißtrauen, Verschlagenheit, Rücksichtslosigkeit und Grausamkeit. Mit den großen politischen Ereignissen und den Massenmorden durch Herodes, besonders an dem jüdischen Hochadel und an anderen führenden Persönlichkeiten ist allerdings der Mord in Bethlehem im Hinblick auf die verhältnismäßig geringe Zahl und die politische Bedeutungslosigkeit der unmündigen Kinder armer, unangesehener Leute von Bethlehem nicht zu vergleichen. Entweder erschien dem Schriftsteller Flavius Josephus der Kindermord von Bethlehem als weltgeschichtlich und volkspolitisch nicht bemerkenswert, oder dieser Vorfall war ihm bei der Fülle der anderen politisch bedeutungsvollen Ereignisse jener Zeit überhaupt nicht bekannt. Auf keinen Fall ist das Schweigen über den Vorfall in Bethlehem ein Beweis gegen die Geschichtlichkeit des Kindermordes.«

 

Zum Video: Philip Stopford, Lully, Lulla Lullay, aufgeführt von Voces8. Die bewegendste Vertonung des Geschehens um den Kindermord, die ich kenne. Ich empfehle gute Kopfhörer.

Montag, 21. Dezember 2020

Zelebration am lutherischen Altar?

Der Dresdner Bischof Timmerevers muss wegen Restaurierungsarbeiten zu Weihnachten in die evangelische Kreuzkirche ausweichen (Gastfreundschaft lebt).

Ich bin sehr gespannt, ob der Bischof dort am geosteten lutherischen Altar zelebrieren wird (s. Bild), oder ob extra für diesen Anlass eine "gewestete" Holzkiste in den Raum gestellt werden wird, womit man sich dann faktisch - was die liturgische Form angeht - gewissermaßen unter das Niveau von Luthers Erben begeben würde. [Ausführlich zu diesem Thema HIER.]

Freitag, 18. Dezember 2020

Solidarischer Messverzicht?

Während des Shutdowns im März/April gab es Berichte (und selbstbewusstes Auftreten) von Ordensfrauen, die in ihren Konventen demonstrativ auf die hl. Messe verzichtet haben, obwohl ein Priester hätte kommen können. Ich selbst erfuhr von mehreren Priestern in meinem beruflichen Umfeld, die gar nicht oder kaum mal in dieser Zeit die hl. Messe feierten, auch nicht an Ostern. Dieser freiwillige Verzicht auf die Eucharistie wurde mit „Solidarität“ begründet: Man sei solidarisch mit den vielen Gläubigen, die auf die Feier der Eucharistie verzichten müssten... Denn Stellvertretung könne man nicht ohne Solidarität denken. Folglich könnten sie nicht stellvertretend für die anderen die Eucharistie Ferien, sondern sie müssten aus Solidarität mit ihnen darauf verzichten.

Mit der gleichen Argumentation könnten sie dort in Zukunft auf das Stundengebet verzichten: in Solidarität mit der zwischen Arbeit und Familie überlasteten Bevölkerung, die keine Zeit für das Gebet hat… Das wird die Überlasteten bestimmt total freuen!

Das Folgenschwerste dabei ist aber womöglich die Botschaft, die damit zwischen den Zeilen gesendet wird. Die kann wohl kaum anders lauten als: Wenn wir Messe feiern, dann tun wir das für uns. Die Feier dient nur uns und unserem Wohlbefinden. Solidarisch mit leidenden Menschen sind wir nur dann, wenn wir NICHT Messe feiern. Und aus „Solidarität“ mit denen, die nicht teilnehmen können, unterlassen wir darum dieses „unser“ Tun, wir „verzichten“ auf unseren Luxus! Ist das nicht toll von uns?


Aktuell hat, wie kath.net berichtet, eine Großpfarrei im Bistum Aachen mindestens bis Mitte Januar alle Gottesdienste abgesagt und zwar, wie es heißt, „möchte das Pastoralteam und der GdG-Rat seiner Verantwortung für die Menschen in unseren Gemeinden gerecht werden sowie die Verbundenheit mit allen an Covid-19 erkrankten Menschen und mit dem Pflegepersonal in unseren Krankenhäusern sowie mit allen Menschen, die vom Shutdown betroffen sind ausdrücken.“

Na, da werden sich aber die erkrankten Menschen und das Pflegepersonal freuen, dass hier eine ganze Großpfarrei auf ihre gottesdienstliche Eigenbrötlerei verzichtet. Wird ja auch mal Zeit, dass die ihre egoistischen „Gottesdienste“ unterlassen! Die Leute sind bestimmt dankbar, dass nun nicht mehr für sie das Opfer Christi gefeiert und für sie gebetet wird... Die Pfarrei fügt sogar extra hinzu: „Intentionen und Gebetsanliegen werden auf die Gottesdienste nach dem Shutdown verschoben.“ (HIER)
An diesem Vorgehen ist so viel falsch... Manchmal zweifle ich, ob das alles nur schlichte Dummheit ist, oder ein Fall für den Exorzisten. Das so entscheidende „Pastoralteam“ - zu Deutsch: Hirtengruppe! -, scheint jedenfalls aus bepelzten (und womöglich lobotomierten) Wölfen zu besteht, und die Gläubigen in der Pfarrei sind ihnen schutzlos ausgeliefert. 

Was wir hier erleben ist meiner Meinung nach ein diabolisches Antizeugnis sondergleichen, das antikirchliche Polemik bestätigt, den Trost- und Haltsuchenden die Tür vor der Nase zuknallt und die Gläubigen von dem entfremdet, was eigentlich Kern ihres Glaubenslebens sein sollte. Letztlich ist es Verrat an Christus und seinem Heilswerk.


Ich stelle mir gerade ein anderes Szenario vor: Eine Pfarrei die öffentlich verlauten lässt, ihre Gottesdienste zu vermehren und konsequent mit den Anliegen der Kranken und der Menschen im Gesundheitswesen zu verknüpfen. Ich stelle mir eine Pfarrei vor, die für ihre Glieder und darüber hinaus kerygmatisch-mystagogische Hinführungen an das in der Messe gefeierte „Geheimnis unserer Erlösung“ publiziert, die deutlich machen was die Kirche glaubt und feiert: Nämlich, dass sie in der Feier der Messe nicht sich selbst feiert unter Absehung des Leidens anderer, sondern dass in dieser Feier der ultimativ solidarische Gott sich offenbart in seiner Lebenshingabe und seiner Auferstehung für uns und dass wir daran Anteil erhalten und die ganze Welt mit uns in diese Gottesgemeinschaft hineinziehen können - gerade da, wo gelitten wird. Man stelle sich vor, dies würde die Gläubigen in ihrem Eifer für Gott stärken und womöglich Fernstehende und Trostsuchende anziehen... Ein Zeugnis vor der Welt für das, was wir in der Messe wirklich tun!

Wunschträume…?

Dienstag, 10. November 2020

Franziskus an die deutschen Katholiken 2

Siehe Teil 1: hier; Teil 3: hier.


Im vergangenen Jahr hat der Münsteraner Dogmatiker Michael Seewald ein Buch von Karl Rahner aus dem 70er Jahren mit einer Einleitung neu herausgebracht: "Strukturwandel der Kirche als Aufgabe und Chance". Trotz mancher hilfreicher Passagen ist das Buch insgesamt so eine Art Wunschliste progressiver Kirchenreformer, die viele theologische Mängel aufweist. Besonders fragwürdig finde ich es, dass der Autor zumeist recht gehoben theologisierend daherkommt, wenn es um Liberalisierungen und Abschaffungen geht, er aber immer dann, wenn er scheinbar die Integrität der katholischen Kirche als solcher zu wahren versucht, in individualistisches, emotionales Lallen verfällt. Beispiel: Nach Rahner dürfte es durchaus auch in Zukunft ein Lehramt geben (wie gnädig) das "Weisungen" gibt, aber, so Rahner weiter, dabei müsse "natürlich alles Kleinkarierte und Gouvernantenhafte vermieden werden". Damit ist aber das Lehramt, trotz aller gegenteiligen Beteuerung, faktisch doch entsorgt: Denn welche Äußerungen des Lehramts dieses Kriterium erfüllen, fällt ganz in das Ermessen des jeweiligen Hörers, dem freilich alles das gerne als kleinkariert und guvernantenhaft erscheint, womit er selbst nicht einverstanden ist. Die Reaktionen etwa auf die jüngste Instruktion aus Rom über die Rolle des Pfarrers in der Pfarrei belegen das hinlänglich.


Papst Franziskus zitiert in seinem Brief an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland dieses Buch nicht, dafür aber ein anderes, das thematisch in die gleiche Sparte fällt, das man hierzulande aber eher ignoriert (und ganz selten mal selektiv instrumentalisiert): In Abschnitt 3 zitiert er den französischen Theologen Yves Congar aus seinem nicht unbedeutenden Werk "Vraie et fausse réforme dans l'Eglise" ("Wahre und Falsche Reform in der Kirche") aus dem Jahr 1950. Es wurde übrigens bisher vermutlich ganz bewusst nicht ins Deutsche übersetzt: Eigentlich bietet es, trotz mancher Mängel und Zeitgebundenheiten, einen essentiellen Schlüssel für das, was Johannes XXIII. mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil beabsichtigte; hätte man es jedoch ins Deutsche übersetzt, hätte man sich eingestehen müssen, dass der von der deutschsprachigen Theologie so heiß geliebten "Geist des Konzils" damit nicht vereinbar ist. Schon die Würzburger Synode besteht den Abgleich mit den von Congar gegebenen Prinzipien nicht. (Franziskus zitiert laut Fußnote aus der italienischen Fassung, was das Zitat in diesem deutschsprachigen Brief zur Übersetzung einer Übersetzung macht...). Angeblich eines der Lieblingsbücher von Papst Johannes XXIII., und auch Papst Franziskus wurde schon in der Vergangenheit nachgesagt, dieses Buch sehr zu schätzen. (Es wird leider auch zuweilen durch selektive Lektüre instrumentalisiert...) Das Zitat ist etwas merkwürdig, da es auf den ersten Blick eigentlich nichts sonderlich wichtiges aussagt, weshalb man sich fragen könnte, warum es überhaupt zitiert wurde. Im Zusammenhang: 

»Die aktuellen Herausforderungen sowie die Antworten, die wir geben, verlangen im Blick auf die Entwicklung eines gesunden aggiornamento "einen langen Reifungsprozess und die Zusammenarbeit eines ganzen Volkes über Jahre hinweg". Dies regt das Entstehen und Fortführen von Prozessen an, die uns als Volk Gottes aufbauen, statt nach unmittelbaren Ergebnissen mit voreiligen und medialen Folgen zu suchen, die flüchtig sind wegen mangelnder Vertiefung und Reifung oder weil sie nicht der Berufung entsprechen, die uns gegeben ist.«


Zunächst finde ich nicht das Zitat an sich interessant, sondern die Tatsache dass der Papst ausgerechnet dieses Buch zitiert. Wie schon in Teil 1 dieser kleinen Serie darf man die Tatsache, dass Franziskus hier ausgerechnet dieses Buch zitiert, durchaus als einen stillen Hinweis betrachten, den ich mal so ausformulieren möchte: Lest mal, was in diesem Buch drinsteht!

Ich selbst habe das Buch nur in einer (um den Abschnitt über die protestantische Reformation gekürzten) englischen Übersetzung vorliegen. Es ist wirklich lesenswert, denn dabei fällt einem auf, was wir hier in Deutschland bei unseren Kirchenreformen und -reförmchen seit Jahrzehnten so alles falsch machen. Ohne ins Detail zu gehen, kann man wohl sagen: Nahezu alles.

 

Und an diesem Punkt finde ich das kurze Zitat von Franziskus nun doch sehr sinnvoll, denn im Grunde ist es eine äußerst knappe Zusammenfassung einiger wesentlicher Punkte aus Congars Buch: Reformen müssen immer in und mit der Gemeinschaft der ganzen Kirche (inkl. Papst) geschehen, und sie dürfen nicht überstürzt werden sondern müssen gewissermaßen organisch wachsen. Congar warnt unermüdlich vor einem Schisma und was er als Ursachen für diese Gefahr ausmacht (100 Seiten des Buches behandeln "Bedingungen für eine authentische Reform ohne Schisma"), trifft leider auf das meiste zu, was hier in Deutschland abläuft. Congar hätte den suizidalen Weg vermutlich als offenkundig schismatische Veranstaltung abgelehnt.


Das rahnersche Buch sollte man getrost vergessen. Wer kann, sollte sich aber mal bei Congar erkundigen, wie Reform geht - und wie nicht. Meine Meinung. Und wohl auch die von Franziskus.

Sonntag, 25. Oktober 2020

Heiliger Wohlgeruch


»Gott lässt es zuweilen zu, dass die auserwählten Seelen einem Moschustier gleichen, das nirgends sein kann, ohne seinen Wohlgeruch zu verbreiten.« 

(hl. Vinzenz von Paul, aus: Die andere Seite der Medaille, 218)

Montag, 19. Oktober 2020

Franziskus an die deutschen Katholiken 1

Eigentlich wollte ich schon im letzten Jahr, kurz nachdem Papst Franziskus seinen Brief an die deutsche Katholiken schrieb, diesen hier in einer kleinen Reihe aufdröseln (Teil 2: hier; Teil 3: hier). Erst jetzt komme ich dazu... Das ganze geschieht allerdings ungeordnet und Schlaglichtartig.

 

Zum Ersten.


Aus dem 2. Johannesbrief, Verse 8 bis 10:

»Achtet auf euch, damit ihr nicht preisgebt, was wir erarbeitet haben, sondern damit ihr den vollen Lohn empfangt! Jeder, der darüber hinausgeht und nicht in der Lehre Christi bleibt, hat Gott nicht. Wer aber in der Lehre bleibt, hat den Vater und den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und nicht diese Lehre mitbringt, dann nehmt ihn nicht in euer Haus auf, sondern verweigert ihm den Gruß!«


Der Sinn des Textes ist nicht schwer zu erschließen. Die Christen sollen sich vor falschen Lehrern hüten, insbesondere vor solchen, die sich selbst als die „Fortschrittlichen“ sehen. Sehr schön hat Adolf Schlatter den 9. Vers vor gut hundert Jahren ausgelegt:

»Der Beruf und die Art des rechten Jüngers ist, dass er seinem Herrn nachfolgt. Des Herrn Sache ist es vorauszugehen; der Jünger dagegen geht ihm nach, folgt seiner Weisung, hält sich an sein Wort und macht den Weg des Meisters zum seinigen. Die stolzen Geister gehen aber ihren eigenen Weg, laufen ohne seine Führung nach den Gedanken ihres eigenen Herzens voran und sind stark und weise, um sich selbst zu führen und sich selbst zu Gott emporzuschwingen. Darum missachten sie auch den Unterricht Jesu, durch den er seinen Jüngern zeigte, was er als Sünde richtete und worin er den guten Willen Gottes erkannte, und tun ungescheut, was er verwarf, machen dagegen auch aus solchem, was er rein hieß, eine Sünde. Wer sich aber einen anderen Weg wählt als den, den die Worte Jesu der Kirche zeigen, der trennt sich nicht nur von Christus sondern zugleich von Gott.«


Auch Joseph Ratzinger hat vor inzwischen 45 Jahren auf diese Passage aufmerksam gemacht, als er über das Wirken des Geistes in der Kirche sprach, und was gegen dieses Wirken steht:

»Das trinitarische Geheimnis übersetzt sich in der Welt in ein Kreuzesgeheimnis: Dort ist die Fruchtbarkeit, aus der der Heilige Geist kommt. […] Die großen Häupter der Gnosis wurden eben dadurch interessant, dass sie im eigenen Namen sprachen, sich einen Namen machten. Sie wirkten dadurch erregend, dass sie Neues und anderes über das Wort hinaus zu sagen hatten - etwa dies, dass Jesus in Wirklichkeit gar nicht gestorben sei, sondern mit seinen Jüngern tanzte, während die Menschen meinten, er hinge am Kreuz. Gegen solche gnostischen Neuigkeiten, gegen solches Reden im eigenen Namen stellt das vierte Evangelium bewusst den kirchlichen Plural – das Hineinverschwinden des Redenden ins kirchliche Wir, das in Wahrheit dem Menschen erst sein Gesicht gibt und ihn vor dem Zerfall ins Nichtige bewahrt. Auch in den Johannesbriefen ist dasselbe Muster eingehalten: Der Verfasser heißt nur schlicht ‚der Alte‘; sein Gegenspieler ist der ‚Proagon‘ – der ‚Vorwärtsführende‘ (2 Joh 9). Das ganze Johannes-Evangelium will (ebenso wie die Briefe) nichts anderes als ein Akt des Erinnerns sein und ist darin das pneumatische Evangelium. Gerade so, indem es nicht neue Systeme ersinnt, sondern erinnert, ist es fruchtbar, neu, tief. Das Wesen des Heiligen Geistes als Einheit von Vater und Sohn ist die Selbstlosigkeit des Erinnerns, die die wahre Erneuerung ist. Pneumatische Kirche ist Kirche, die im Erinnern tiefer versteht, tiefer hineinschreitet in das Wort und so lebendiger und reicher wird. Ware Selbstlosigkeit, Wegführen von sich selbst ins Ganze, das ist demnach die Marke des Geistes als Abbildung seines trinitarischen Wesens.« (aus: Der Gott Jesu Christi, 91f.)


Jeder sei eingeladen, (noch einmal) den letzten Absatz von Abschnitt 9 des Briefes von Papst Franziskus „an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ zu lesen (hier). Dort nimmt er nämlich teils Wort für Wort diesen Gedanken von Ratzinger auf (die Quellenangabe in der dortigen Fußnote ist jedoch falsch, meine stimmt).
Ich finde es bemerkenswert, dass Franziskus uns an zentraler Stelle ausgerechnet diesen dramatischen Gedanken Joseph Ratzingers in großer Ausführlichkeit ins Stammbuch schreibt: Nicht das Neue, sondern das Erinnern, nicht das „Ich“, sondern das „kirchliche Wir“ ist entscheidend. Leider ist diese Warnung/Mahnung bislang noch nicht zu den kirchlichen Entscheidungsträgern durchgedrungen... Zu sehr treffen die Beschreibung und die ihr entsprechende Warnung des Papstes vor dem falschen Weg ins Mark des deutschen Katholizismus, wie er in den kirchlichen Behörden, in den Vereinen und Gremien forciert wird... man will sich nicht erinnern und besteht auf dem Egotrip des Deutschkatholizismus.

Sonntag, 11. Oktober 2020

Anmerkungen zu "Fratelli tutti"...

Auf ein Wort über den Umgang von Papst Franziskus mit dem Heiligen Franz von Assisi, den er als das große Vorbild und sogar als die Motivation für die Abfassung von nunmehr zwei Enzykliken ins Feld führt.

Es wundert mich ein wenig, wie der Papst hier mit seinem Namensvetter umgeht, wenn er in Abschnitt 1 seiner Enzyklika schreibt: »'Fratelli tutti' schrieb der heilige Franz von Assisi und wandte sich damit an alle Brüder und Schwestern, um ihnen eine dem Evangelium gemäße Lebensweise darzulegen. Von seinen Ratschlägen möchte ich den einen herausgreifen, mit dem er zu einer Liebe einlädt, die alle politischen und räumlichen Grenzen übersteigt. Er nennt hier den Menschen selig, der den anderen, 'auch wenn er weit von ihm entfernt ist, genauso liebt und achtet, wie wenn er mit ihm zusammen wäre'. Mit diesen wenigen und einfachen Worten erklärte er das Wesentliche einer freundschaftlichen Offenheit, die es erlaubt, jeden Menschen jenseits des eigenen Umfeldes und jenseits des Ortes in der Welt, wo er geboren ist und wo er wohnt, anzuerkennen, wertzuschätzen und zu lieben.«

Nun hatte Franz von Assisi wohl kaum im Sinn, eine allgemeine Menschheitsregel aufzustellen, denn seine Ermahnungen "an alle Brüder" richten sich eben nur an die Brüder seines Ordens, und so klingt das Zitat im Kontext gleich viel weniger weltbewegend [im Folgenden eigene Übersetzungen aus dem Italienischen, die Quellen stehen in der Enzyklika]: »Selig der Knecht, der einen Bruder, wenn er weit von ihm entfernt ist, genau die gleiche Liebe und Ehrfurcht erweisen würde, als wenn er neben ihm wäre, und der nicht hinter seinem Rücken etwas sagen würde, was er nicht mit Liebe auch in seiner Gegenwart sagen könnte.« 

Auf deutsch: Lästert nicht über eure Ordensbrüder! Mehr steht da nicht.

Jene Anrede "fratelli tutti", die der Papst zitiert, kommt von woanders her und sieht im Kontext übrigens so aus: »Schauen wir aufmerksam hin, wir Brüder allesamt, auf den guten Hirten, der, um Seine Schafe zu erretten, die Passion des Kreuzes erlitten hat. Die Schafe des Herrn sind Ihm nachgefolgt im Leiden und in der Verfolgung, in die Schmach und in den Hunger, in Krankheit und Anfechtung und in anderen Dingen, und sie haben für all dieses vom Herrn das ewige Leben erhalten. Daher ist es eine große Schande für uns Knechte Gottes, dass die Heiligen große Werke vollbracht haben und wir dagegen Ehre und Ruhm erhalten wollen, bloß indem wir davon erzählen [d.h. ohne es selbst zu tun].«

 

Das dritte und letzte Zitat, das der Papst den überlieferten Schriften des Franz von Assisi entnimmt, stammt nicht aus den "Ermahnungen" des Heiligen, sondern aus dessen erster (nicht bestätigten) "Regel", und der Papst baut er wie folgt in Abschnitt 3 seines Textes ein: »Franziskus ging zum Sultan, ohne die Schwierigkeiten und Gefahren einer solchen Begegnung zu verkennen. Er tat dies in der Einstellung, die er von seinen Jüngern verlangte, dass nämlich keiner seine Identität verleugne, der 'unter die Sarazenen und andere Ungläubige gehen will, […] und dass sie weder zanken noch streiten, sondern um Gottes Willen jeder menschlichen Kreatur untertan sind'. In diesem Zusammenhang war das eine ganz außergewöhnliche Aufforderung. Es berührt mich, wie Franziskus vor achthundert Jahren alle dazu einlud, jede Form von Aggression und Streit zu vermeiden und auch eine demütige und geschwisterliche 'Unterwerfung' zu üben, sogar denen gegenüber, die ihren Glauben nicht teilten.«

Hier verfälscht der Papst die Aussage von Franz von Assisi auf durchaus gravierende Weise. Die ganze Stelle (genau genommen sind es zwei) lautet mit Kontext so:

»Der Herr sagt: 'Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter Wölfe; so seid nun klug wie die Schlangen und einfältig wie die Tauben.' Deshalb gehe jeder Bruder, der unter die Sarazenen und andere Ungläubige gehen will, [nur] mit der Erlaubnis seines Vorstehers. Der Vorsteher gibt ihnen dann die Erlaubnis und hindert sie nicht, wenn er sieht, dass sie für die Entsendung geeignet sind; in der Tat wird er dem Herrn [Jesus] Rechenschaft geben müssen, wenn er [d.i. der Vorsteher] in diesen wie in anderen Dingen ohne [geistliche] Unterscheidung vorgegangen ist.

Die Brüder, die unter die Ungläubigen gehen, können sich unter ihnen auf zweierlei Weisen geistlich verhalten. Eine Weise besteht darin, dass sie keine Streitereien oder Diskussionen anzetteln, sondern dass sie jedem menschlichen Geschöpf aus Liebe zu Gott untertan sind und bekennen, dass sie Christen sind. Die andere Weise besteht darin, dass sie, wenn sie sehen, dass es dem Herrn gefällt, das Wort Gottes verkünden, damit jene an Gott, den Allmächtigen, den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist, den Schöpfer aller Dinge, und an den Sohn Erlöser und Retter glauben und sich taufen lassen und Christen werden, denn wenn jemand nicht durch das Wasser und den Heiligen Geist wiedergeboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eintreten.

Diese und andere Dinge, die dem Herrn gefallen, können sie ihnen [d.i. den Ungläubigen] und anderen sagen; denn der Herr sagt im Evangelium: 'Jeder nun, der sich vor den Menschen zu mir bekennen wird, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist' und: 'wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.'«

Franz von Assisi gesteht zwar die Möglichkeit zu, im Stillen zu wirken, ohne Anstoß zu erregen, was sicherlich klug ist, wenn man "unter den Wölfen" ist. Aber Franz von Assisi fordert auch in diesem Fall das Bekenntnis (was der Papst unterschlägt) und fordert generell sehr energisch zur Verkündigung und zum "Christenmachen" auf. Was der Papst hier sagen will, lässt sich mit dem Kontext, aus dem er das Zitat reißt (und kreativ neu zusammenschustert) kaum in Einklang bringen.


Mir scheinen alle Zitate sehr beliebig ausgewählt und aus dem Kontext gerissen. Dass man sich darüber mokiert, dass durch das »fratelli tutti« der Titel der Enzyklika nicht gendergerecht sei, kann ich insofern nachvollziehen, als es überhaupt keinen Grund gibt, hierfür Franz von Assisi zu zitieren... der Papst hätte genausogut (und wohl auch besser) einfach in eigenen Worten mit  "Liebe Brüder und Schwestern" beginnen können und es hätte dem Text nichts gefehlt. Was ist der Sinn, eine Anrede zu zitieren, aber auf das sie umgebende Thema nicht weiter einzugehen? Ich behaupte ja auch nicht, eine bedeutende Bundestagsrede von Willy Brandt zur Grundlage meiner Überlegungen zu machen, nur um dann als einzige Worte daraus »Liebe Kolleginnen und Kollegen...« zu zitieren...

Ginge es dem Papst wirklich um die Brüderlichkeit, hätte sich ein Zitat aus den Briefen sehr viel mehr angeboten, wo der Heilige aus Assisi mit vielen biblischen Anspielungen etwa schreibt: »Und auf all diejenigen, die auf diese Weise hinübergehen [sterben], wenn sie bis dahin diese Dinge tun und in ihnen bis zum Ende durchhalten, wird der Geist des Herrn ruhen und er wird sie zu seiner Wohnung machen und bei ihnen wohnen. Und sie werden Kinder des himmlischen Vaters sein, dessen Werke sie tun, und sie werden Vermählte sein, Brüder und Mütter unseres Herrn Jesus Christus.
Wir sind Vermählte, wenn die gläubige Seele sich durch die Wirkung des Heiligen Geistes mit Jesus Christus vermählt. Und wir sind Brüder, wenn wir den Willen seines Vaters tun, der im Himmel ist. Wir sind Mütter, wenn wir ihn durch die Liebe und reines und aufrichtiges Bewusstsein in unserem Herzen und in unserem Leib tragen, und wenn wir ihn gebären durch das heilige Werk, das als Vorbild für andere leuchten soll.«

Zu befehlend war wohl die Anrede in einem anderen Brief, wo Franz von Assisi über die hl. Messe schreibt und einen Abschnitt beginnt mit »Ascoltate, fratelli miei.« (Hört, meine Brüder...). Oder der Papst hätte gleich Jesus zitieren können, der seine Zuhörer zwar nicht als seine Brüder anspricht (vgl. meine Gedanken dazu HIER), sondern eine richtige Aussage über ihr Brudersein tätigt: »ihr alle aber seid Brüder« (Mt 23,8), aber da würde dann die weltanschauliche Offenheit fehlen, weil dieser Ausspruch Jesu seinen Sinnziel darin hat, ihn als den Herrn und Meister zu erweisen...

Eine zufällige Anrede zitieren, als wäre es eine weltbedeutende Aussage... nein, also das ergibt so gar keinen Sinn. Im Übrigen ist es überhaupt wenig sinnvoll, jene einzelnen Wörter aus den "Ermahnungen" dem Heiligen Franziskus in den Mund und ihnen damit eine quasi-göttliche Autorität beizulegen zu versuchen: Die uns schriftlich von ihm überlieferten "Ermahnungen" stammen nämlich nicht aus seiner Feder, sondern sind Zusammenfassungen und Fragmente seiner Äußerungen, die vielleicht - vielleicht auch nicht - noch zu seinen Lebzeiten von unbekannten Autoren gesammelt und aufgeschrieben wurden. Will man hier nicht ein Wirken des Geistes vermuten, wie es die Verfertigung der Schriften des Neun Testaments gestützt hat, dann sollte man sich nicht an solchen einzelnen Wörtern aufhängen... und erst recht sollte man sie nicht auf so sinnlose oder unsinnige Weise aus dem Kontext reißen.

Was gar nicht geht, ist eine grobe Verfälschung, wie sie mit Zitat drei geschieht. Oha.



Auf ein Wort zur Entstehung der Enzyklika:

Fr Hunwicke schrieb vor kurzem (hier) über etwas, was mich auch sehr gewurmt hat: Dass der Papst in seiner jüngsten Enzyklika den Entsthungsprozess derselben auf eine Weise beschreibt, die in höchstem Maße bedenklich ist. Dort heißt es in Nr. 5.: »Die vorliegende Enzyklika sammelt und entwickelt prinzipielle Themen, die in jenem von uns [mit Großimam Ahmad Al-Tayyeb] gemeinsam unterzeichneten Dokument [von Abu Dhabi] aufgeführt sind. Hierbei habe ich auch, mit meinen Worten, zahlreiche Dokumente und Briefe aufgenommen, die ich von vielen Menschen und Gruppen aus aller Welt empfangen habe.«

Wie Fr Hunwicke zu Recht bemerkt, ist es erstaunlich, dass der Papst mit keiner Silbe erwähnt, den Herrn im Gebet, die Heilige Schrift, die Kirchenväter und Heiligen der Kirche, oder seine Vorgänger zu Rate gezogen zu haben (die sich ja durchaus reichlich zu den behandelten fragen geäußert haben), aber dafür ein fragwürdiges interreligiöses (also nicht: christliches) Papier sowie weitere ungenannte Dokumente und Briefe unbekannter Personen (sind darunter auch Christen?) als Grundlage nennt. Dass Franziskus sich beinahe ausschließlich selbst zitiert und nicht, wie dies in Dokumenten des Lehramts üblich ist, vielfältig seine Vorgänger und die Konzilien zu Wort kommen lässt, um die Kontinuität der Lehre sicherzustellen, ist gleichfalls befremdlich, passt aber zu seiner Beschreibung der Entstehung. Hier ist weniger ein Papst, der lehrt, sondern es ist Jorge Mario Bergoglio, der ellenlang seine persönlichen Ideen darbietet.

Das wirft die kuriose Frage auf, ob ein solches Schreiben überhaupt als Enzyklika, und so als Teil des päpstlichen Lehramtes betrachtet werden kann. Es spricht nichts dagegen, dass ein Papst sich die Gedanken und Worte anderer Autoren zu eigen macht oder gleich einen Ghostwriter hernimmt (die Enzyklika Mit Brennender Sorge von Pius XI. stammt im Wesentlichen aus der Feder von Eugenio Pacelli und Fides et Ratio von Johannes Paul II. stammte wohl im Wesentlichen aus der Feder von Joseph Ratzinger), problematisch wird es, wenn offenkundig nicht die geoffenbarte Wahrheit das Leitmotiv war. Insofern empfinde ich es weniger als beruhigend und eher als Anlass der Sorge, dass der Papst im nächsten Abschnitt extra betonen zu müssen glaubt, dass er »diese Enzyklika auf der Grundlage meiner christlichen Überzeugungen, die mich beseelen und nähren« geschrieben hat. Normalerweise sollte man das beim Oberhaupt der katholischen Kirche voraussetzen und niemals in Zweifel ziehen können... und nie hat es ein Papst für nötig empfunden, dies seinen Lesern zu versichern!

 

Der äußerst fragwürdige Umgang mit den überlieferten Worten des heiligen Franz von Assisi lässt mich zweifeln, ob der Papst Franziskus den heiligen Franziskus wirklich als Vorbild ernstnimmt, oder ob dieser jenem nicht vielmehr nur als Projektionsfläche für die eigenen unausgegorenen Ideen dient... gepaart mit den merkwürdigen Bemerkungen zur Entstehung des Dokuments ziehen für mich gleich in den ersten paar Abschnitten in Zweifel, ob diese Enzyklika überhaupt als authentische Äußerung des päpstlichen Lehramts betrachtet werden kann... 

Hmm...

Davon abgesehen enthält das Dokument enorm viele Wiederholungen aus früheren Äußerungen, manche hilfreiche Bemerkung, und manche nicht so hilfreiche... Hätte man sich eigentlich sparen können, das viele Papier... ein dreiseitiger Brief an die Menschheit hätte es auch getan.

Samstag, 10. Oktober 2020

Maranatha

In Zeiten erdrückenden Kirchenschmerzes
 

Komm, Herr Jesus, komm, führ die Welt zum Ende, dass der Tränenstrom sich in Freude wende. Brenn das Haus der Zeit hin in deinen Feuern; wolle es erneuern in der Ewigkeit.

Alle Kreatur liegt mit uns in Wehen; dein Erbarmen nur lässt sie heil erstehen. Was da wehrlos ist und im Bann des Bösen, komm, es zu erlösen, komm Herr Jesu Christ.

Nüchtern und bereit lass uns, Herr, hier leben und in Lauterkeit von dir Zeugnis geben. Wie es dir gefällt, lass uns sein und handeln, dass wir selbst uns wandeln und erneun die Welt.

Komm, du Menschensohn, lass dein Reich erscheinen;denn vor deinem Thron wird sich alles einen. Friedvoll, neu und fromm steigt herauf die Erde: Amen, dass es werde, komm, Herr Jesu, komm.

(Maria Luise Thurmair, im alten Gotteslob Nr. 568)