Samstag, 9. November 2013

Franziskus informiert sich über Deutschland

Radio Vatikan vermeldet (hier): 
»Papst Franziskus beschäftigt sich in diesen Tagen intensiv mit der Lage der Kirche in Deutschland. An diesem Samstagmorgen empfing er Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, den Präfekten der Glaubenskongregation, in einer außerplanmäßigen Audienz; Müller ist ansonsten regelmäßig zu so genannten Tabellenaudienzen beim Papst. Im Anschluss sprach Franziskus mit dem neuen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic. Mit dessen Vorgänger Erzbischof Jean-Claude Périsset wird der Papst am Montagvormittag sprechen. Unmittelbar danach ist eine Audienz für den Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer angesetzt. Eterovic wird am kommenden Donnerstag in Deutschland eintreffen, um in Berlin die Nachfolge Périssets anzutreten, der dieses Amt seit Herbst 2007 innehatte.«

Er fragt die richtigen Leute. Offenbar lässt sich der Papst nicht von einem deutschen möchtegern Chefbischof Zollitsch abspeisen. Way to go!


PS. Z.Z. ist es ruhig auf dem Blog, weil ich einiges um die Ohren hab. Hoffe aber, dass es demnächst wieder anders wird.

Montag, 4. November 2013

Wir haben einen Papst!

Bei all dem Scheiss der in diesen Wochen in der Katholischen Kirche in Deutschland abgeht, bin ich wieder einmal froh, katholisch zu sein. Es leuchtet ein, warum der Protestantismus in unzählbare Grüppchen zerfallen ist und warum es den Piusleuten nach und nach ähnlich ergeht (s. hier). Und obwohl die deutsch-nationale Amtskirche, jenes grausige, kirchensteuerfinanzierte Monstrum, das manchmal mit einer Ansammlung katholischer Ortskirchen verwechselt wird, gleich an mehreren Stellen fieberhaft daran arbeitet, dem Erfolgsmodell des egozentrierten Protestantismus (aka "Ich mach was MIR passt") nachzueifern (etwa im Limburger Domkapitel oder im Freiburger Seelsorgeamt), bezweifle ich, dass diese Bemühungen Erfolg zeitigen werden. Das was einem Erfolg solcher Bestrebungen entgegen steht ist einzig und allein das Papsttum, jenes Monument aus Stein, das unentwegt unbequem, unablässig lästig und dauernd im Weg feucht-fröhlicher Selbstverwirklichungsphantasmata rumsteht. Und man wird es nicht los! Es war schon eine kluge Idee, uns sichtbare Hirten an die Seite zu stellen. 
Deo gratias!

Samstag, 2. November 2013

Fragebogen

not amused...
Die ZKs dieser Welt haben wohl zur Zeit feuchte Träume, denn so wie man das hierzulande wahrnimmt, scheinen nicht wenige dedr Ansicht zu sein, der vom Vatikan herausgegebene Fragebogen im Vorfeld der Synode im nächsten Jahr sei soetweas wie "Mitspracherecht" oder "Demokratie" im Bezug auf die kirchliche Lehre. Zugleich wird es sicher einige "Konservative" geben, die das gleiche meinen, aber statt feuchter Träume schlaflose Nächte erleben. Tja...

Wenn man sich aber mal die Fragen anschaut, wie sie etwa bei der Katholischen Bischofskonferenz von England und Wales (hier) nachzulesen sind, fällt schnell auf, dass sich wohl eher Pfarrer, Bischöfe und sonstige Berufskatholiken warm anziehen müssen. Da wird nämlich v.a. gefragt, inwiefern die kirchliche Lehre zu Ehe, Familie, Sexualität überhaupt bekannt ist und was getan wird, um sie bekannt zu machen.

Ein paar Beispiele (inzwischen gibs das auch auf Deutsch, hier):


Question 1a: Describe how the Catholic Church's teachings on the value of the family contained in the Bible, Gaudium et Spes, Familiaris Consortio and other documents of the post-conciliar Magisterium is understood by people today? What formation is given to our people on the Church's teaching on family life?

Question 3a: What experiences have emerged in recent decades regarding marriage preparation? What efforts are there to stimulate the task of evangelization of the couple and of the family? How can an awareness of the family as the "domestic Church" be promoted?

Question 7a: What knowledge do Christians have today of the teachings of Humanae vitae on responsible parenthood? Are they aware of how morally to evaluate the different methods of family planning? Could any insights be suggested in this regard pastorally? 


Es ist ja allbekannt, dass im deutschen Raum (über andere Räume kann ich nur sehr unbedarf reden) in diesen Dingen ein völliger Bankrott die Faktenlage ist. Gut, dass das jetzt mal umfassend dokumentiert wird! Das passt auch zu dem, was der Papst auf die immergleichen "Heiße-Eisen-Fragen" geantwortet hat, dass es nämlich v.a. gilt, die Ehepastoral kritisch in den Blick zu nehmen (und nicht die kirchliche Lehre!).

Problematisch ist freilich die Ergebnissicherung. Letztlich hat wohl der die Macht, der in der jeweiligen Diözese die Synthetisierung der Rückläufe ausführt. Man darf gespannt sein.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

In Zeiten des Kirchenschmerzes:


Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? 
Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? 
Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen?
Gott ist es, der gerecht macht.
Wer kann sie verurteilen?
Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein.
Was kann uns scheiden von der Liebe Christi?
Bedrängnis oder Not oder Verfolgung,
Hunger oder Kälte,
Gefahr oder Schwert?
In der Schrift steht: Um deinetwillen sind wir den ganzen Tag dem Tod ausgesetzt; wir werden behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat. 
Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat.
Denn ich bin gewiss:
Weder Tod noch Leben,
weder Engel noch Mächte,
weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
weder Gewalten der Höhe oder Tiefe
noch irgendeine andere Kreatur
können uns scheiden von der Liebe Gottes,
die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

(Röm 8,31-39)

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Das Seelsorgeamt lügt und betrügt!

Wie Frisher Wind (hier) sehr schön berichtet, gibt es von der schismatischen/häretischen Handreichung in Freiburg inzwischen eine "verbesserte" Auflage. Ob es tatsächlich eine Verbesserung ist, darüber mag man streiten. Auf alle Fälle bestätigen die Verantwortlichen damit noch einmal, wie ernst es ihnen damit ist, den Alleingang zu machen und Rom den Mittelfinger zu zeigen: Man arbeitet auch weiterhin fleißig daran.

Auch die himmelschreiende Verlogenheit wird noch gesteigert. Hatte man in der ersten Auflage (s. dazu hier) noch Familiaris consortio derart zitiert, dass man einen unauffälligen binsen-weisheitlichen Textabschnitt zitierte, nur um dann direkt und umfassend dem unmittelbar auf das Zitierte folgenden (und lehramtlich relevanten!) Passus fast wortgetreu zu widersprechen, so tut man nun das gleiche mit Äußerungen von Papst Franziskus: Man zitiert aus dem Interview das der Papst auf dem Rückflug vom WJT gab (übrigens hat ein "Interview" keinerlei kehramrtlichen Gehalt, daraus zu zitieren ist also schonmal Mumpitz). Und auch hier zitiert man wieder nur einen Allgemeinplatz, den man ebensogut auch anderswoher (z.B. aus lehramtlich relevanten Dokumenten) hätte beziehen zu können und verschweigt geschickt, dass sich der Papst, wieder in den sich direkt an das (übrigens zerstückelt, umgestellt und neu zusammengefriemelt!) Zitierte anschließenden Sätzen, genau gegen das ausgesprochen hat, was die Handreichung propagiert. In der Hanreichung lesen wir:
»Die Treue und Barmherzigkeit Gottes gilt auch für diejenigen, deren Lebensentwurf gescheitert ist. Darauf wies Papst Franziskus in seinem Interview auf dem Rückflug vom Weltjugendtag in Brasilien hin, wenn er auf die Frage nach dem Zugang wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten antwortete: „Ich glaube, dass das die Zeit der Barmherzigkeit ist! [...] Die Kirche ist Mutter: Sie muss herausgehen und die Verletzten mit Barmherzigkeit heilen.“«

Im Papstinterview lesen wir (ohne irgendwelche Auslassungen und Umstellungen):
»{...] Der Klerikalismus hat viele Wunden hinterlassen, und man muss dazu übergehen, diese Wunden mit der Barmherzigkeit zu heilen.
Die Kirche ist Mutter, und in der Kirche muss es Barmherzigkeit für alle geben. Und auf die Verwundeten muss man nicht nur warten, sondern man muss sie suchen. Ich glaube, dass dies die Zeit der Barmherzigkeit ist, wie dies Johannes Paul II. erahnte, der das Fest der Göttlichen Barmherzigkeit eingerichtet hat.
Die Geschiedenen können die Kommunion empfangen, die wiederverheirateten Geschiedenen können dies nicht. [...]«

Die Verlogenheit und Schamlosigkeit dieser Leute kennt offenbar keine Grenzen. Mit den neu eingeführten Zitaten von Benedikt XVI. ist es ähnlich.
Abscheulich ist das. Wenn ich bedenke, wie oft ich deren Laden in den letzten Jahren besucht habe (und durchaus auch positive Erfahrungen gemacht habe)... Ekelerregend.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Kirchenschmerz

Analog zum Weltschmerz.

Auf die Ehrfurcht und den Gehorsam, den jeder Priester dem Bischof (und seinen Nachfolgern) bei der Weihe verspricht, kann man ja im allgemeinen nichts mehr setzen. Das beweisen nun auch die Herren Domkapitulare in Limburg, die in ihrer Pressekonferenz (hier anzuschauen) keinen Hehl daraus machen, dass sie ihren Bischof schlicht und ergreifend nicht mehr haben wollen. Christliche Tugenden werden zur Gänze ausgeklammert, man will den einfachen, den bequemn Weg gehen.
Kein Schelm ist, wer dabei daran denkt, dass dies ja seit der Bestellung von TvE das Anliegen nicht weniger hoher Herren in diesem Bistum war. Sie tun also fleißig alles dafür, um nun doch noch erfolgreich zu sein, da ihnen der Papst den Gefallen nicht tat.


In Anbetracht dieser schändlichen und für mich zutiefst schmerzlichen Untreue, die da frank und frei vor laufender Kamera ins Mikro diktiert wird, wäre es vielleicht wirklich besser, ein neuer Mann käme nach Limburg... der müsste dann allerdings den ganzen Saustall radikal ausmisten. Als ich mir das Interview anschaute kamen mir verschiedene Bilder in den Kopf...: Eine unschön anzusehende Bauruine, ein stinkender Misthaufen, eine mafiöse Skatrunde, ein Verbrecher der alles tut um seine eigene Haut zu retten, jemand der über Leichen geht, ein Nachtreter, ein Inquisitionsgericht wie es das Klischee darstellt.

Schrecklich. Was ich in meinem ersten (und einzigen) Kommentar zu dieser ganzen Geschichte (hier) schrieb ist nun ungeschminkt öffentlich geworden. Einfach nur traurig.

Limburg behält seinen Bischof

Nun weiß es die ganze Welt: der Limburger Bischof bleibt Bischof von Limburg. Ein paar Monate Auszeit, derweil verwaltet ein enger Vertrauter sein Bistum.
All die Möchtegernrichter, die Dreckwerfer und Zumselbstmordaufrufer - allen diesen mit Pathos voran geschritten: der frühere Erzbischof von Freiburg - dürfen sich jetzt was schämen und ausgiebig in der Ecke heulen. Bitte für ausreichend Taschentücher Sorge tragen!

Ich habe mich was dieses ganze Theater angeht hier sehr zurückgehalten (abgesehen von dieser notwendigen Bemerkung), aus dem einfachen Grund, dass alles Gerede darüber bisher nur Schall und Rauch war. Auch katholisch.de hat sich ja fleißig an der Kampange beteiligt, obwohl es massenweise Gelegenheiten gegeben hätte, zumindest die hanebüschensten Anschuldigungen richtig zu stellen... aber da herrschte betretenes (oder kalkuliertes?) Schweigen. Shame on you!

Die Entscheidung des Papstes halte ich für sehr klug und notwendig, denn wäre nun auch dieser Bischof erfolgreich weggeekelt (aka geteert und gefedert) worden, würden die Rufmörder und Egomanen in dieser Kirche sich wohl noch daran gewöhnen, wie einfach es ist, einen unliebsamen Bischof zu lynchen. So einfach ist es eben doch nicht! Aber das ganze Schauspiel ist ein erstklassiges Lehrstück über den moralischen Bankrott in dieser Gesellschaft und in der Kirche. Ein besonderer Dank geht an Herrn Zollitsch, dafür, dass er uns so drastisch vor Augen geführt hat, wie verlogen selbst Bischöfe sein können!


PS. Die FAZ will ihre Niederlage nicht wahrhaben und wartet mit reißerischen/widersprüchlichen Inhalten auf. Sie titelte gestern (hier): "Vatikan suspendieert Limburger Bischof", schreibt aber direkt darunter "Der Limburger Bischof Tebartz-van Elst kann seinen Posten vorerst behalten..." Was nun? Suspendiert oder im Amt bleiben?

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Das Rütteln


»Darum bist du unentschuldbar - wer du auch bist, Mensch -, wenn du richtest. Denn worin du den andern richtest, darin verurteilst du dich selber, da du, der Richtende, dasselbe tust. Wir wissen aber, dass Gottes Gericht über alle, die solche Dinge tun, der Wahrheit entspricht. Meinst du etwa, du könntest dem Gericht Gottes entrinnen, wenn du die richtest, die solche Dinge tun, und dasselbe tust wie sie?« (Röm 2,1-3)

Dem Papst wird von Seiten mancher Theologen hinter vorgehaltener Hand vorgeworfen, er sei ein theologisch unterbelichteter Dorfpfarrer und mancher hofft, das Pontifikat währte nur kurz. Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, dass natürlich auch im Vatikan getuschelt und gelästert wird was das Zeug hält (so sehr, dass es sogar an der hiesigen theologischen Fakultät deutlich zu hören ist...).

Dem Bischof von Limburg wird in aller Öffentlichkeit von seinen eigenen Mitarbeitern vorgeworfen, er sei (psychisch) krank. Inzwischen knöpfen sich die Medien immerhin noch weitere Kreise vor, die sich sicherlich auch schuldig gemacht haben. Way to go!

Im Erzbistum Freiburg geht man hinter den Kulissen und teilweise öffentlich munter auf einander los... jeder widerspricht jedem und es gibt viele kleine Päpste die das Sagen haben wollen (wenn z.B. der Pressesprecher Exzellenz Zollitsch mit stoischer Gelassenheit widerspricht ob der Tragweite der "Handreichung").

Die zum Ungehorsam aufrufenden Priester reiben sich die Hände und frohlocken, weil ihr Chef brav getan hat, was sie verlangt haben, auch wenn es gegen jedes in der Kirche geltende Recht verstößt. Die Fakten sind geschaffen, der Damm ist gebrochen, das wird man sich nicht mehr wegnehmen lassen. Der Nachfolger von Herrn Zollitsch tut mir jetzt schon Leid!

Das Positive ist, dass sich die Funktionäre des Erzbistums Freiburg mit ihrer bekloppten/illegalen/häretischen "Handreichung" möglicherweise einen Bärendienst erwiesen haben, weil nun der Vatikan noch sehr viel genauer hinschauen wird, wer hier als neuer Erzbischof eingesetzt werden wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass es jemand von außerhalb sein wird, ist durch das offenkundige völlige Versagen im Innern deutlich gestiegen. In Anbetracht der eklatanten Widersprüche in der Darstellung des Geschehenen durch verschiedene Organe, scheint es nur zwei mögliche Erklärungen zu geben: Entweder lügt die Hälfte der Belegschaft (zu welcher Hälfte gehört wohl Zollitsch?), oder der Apparat ist völlig außer Kontrolle (in dem Fall weiß Zollitsch nicht, wovon er redet). Das eine wie das andere erfordert m.E. einen Bischof von außerhalb.

Ich kann nicht umhin mich zu wundern über all die Anschuldigungen, Beleidigungen, Verleumdungen und kaum kaschierte LMAA-Aussagen, die ich dieser Tage zu hören bekomme oder im Netz lese. Kirchenfürsten und Theologen, Kirchenfunktionäre und Pfarrer, Kirchnämter und Vatikan, Medien und Blogger. Was ist da los? Und: Ist das gut oder schlecht?
Sicher ist es gut, wenn man ordentlich ventiliert wird. Ist die heiße Luft erst mal draußen, kommt des Gebilde dann auch wieder zur Ruhe. Auch der eine oder andere überkommene Zopf muss abgeschnitten werden und auch ein Kopf muss von Zeit zu Zeit halt mal rollen, das sagt uns die Geschichte. Dass die Kirche von Geschwüren gepeinigt wird, in Rom wie in Deutschland, ist ja keine Neuigkeit.

Allen voran der Papst sorgt für viel Unruhe. Er rüttelt auf, er weckt Schlafende, er reißt Masken herunter und zerrt uns alle aus unseren jeweiligen bequemen Ecken, seien sie dogmatisch oder liberal. Ich empfinde das als notwendig. Break 'em, than build 'em up again. Es ist ein Drill.
Der Papst muss dann freilich auch seinem Namenspatron fleißig nacheifern und die Kirche stützen, nachdem er sie durchgeschüttelt hat. Und das wird er, mit Gottes Hilfe.
Lehrmäßig wird es keine Neuerungen geben, der Stil wird aber wohl nie mehr so, wie er einst war. Das mag man betrauern, ich tu es auch an manchen Stellen, aber ich kann damit leben. 

Ich schätze, wir werden uns alle noch die Augen reiben. Die "Liberalen", wenn sie merken, dass dieser Papst nicht im Traum daran denkt, nach ihrer Pfeiffe zu tanzen und die "Konservativen", wenn ihnen endlich auffällt, dass der Katholizismus auch solche scheinbaren Antipoden wie Joseph Ratzinger und Jorge Mario Bergoglio unter einem Dach und an einem Tisch des Herrn beherbergen und "aushalten" kann. Die Tumulte, die auch zuweilen auf Kommunikationsversuche und Kommunikationpannen zurückzuführen sind, müssen wir aushalten. Es sind die Geburtswehen jenes genannten neuen Stils.
Ich hoffe bloß, dass dieses ganze missgünstige Gezeter bald ein Ende hat... man hat zunehmend den Eindruck, wir Katholiken seien nurmehr ein Haufen raufsüchtiger Egomanen! Was Paulus dazu sagen würde, steht in der heutigen Lesung (s.o.).

Und auch Douglas Adams hat durchaus recht: Don't Panic! Denn: portae inferi non praevalebunt eam.

Montag, 14. Oktober 2013

Christus, König und Prophet

»Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona.Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein.« (Lk 11,29-30)
Was heißt das egentlich? Was meint der Evangelist? Die Antwort ist scheinbar schnell gefunden, hat doch die matthäische Version noch folgenden Satz angehängt: »Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein.« (Mt 12,40)
Aber so einfach ist es nicht. Jona kann auch noch auf andere Weise ein Zeichen sein, das für Jesus bürgt. Wir wissen, dass Galiläa den Juden als "heidnisch angehaucht" galt, auf alle Fälle weniger Gesetzestreu (weil näher am Heidenland). Darum wurde Jesus sicher häufiger der Vorwurf gemacht, dass er von dort kam: "Bist du vielleicht auch aus Galiläa? Lies doch nach: Der Prophet kommt nicht aus Galiläa." (Joh 7,52)

Doch genau für diesen (durchaus sehr schwerwiegenden) Vorwurf kann Jona als "Zeichen" für Jesus gelten, denn er stammt aus einer Stadt in Galiläa: »Er stellte die Grenzen Israels wieder her von Lebo-Hamat bis zum Meer der Araba, wie es der Herr, der Gott Israels, durch seinen Knecht, den Propheten Jona, den Sohn Amittais aus Gat-Hefer, vorhergesagt hatte.« (2Kön 14,25)

Jona war Prophet, auf sein Wort hin, haben sich die Einwohner von Ninive bekehrt, wir haben das letzte Woche in den Lesungen gehört. Wenn Jesus aber mehr ist als Jona, dann heißt das auch, dass die Folgen einer Bekehrung auf seine Predigt hin, aber auch das Ausbleiben einer Bekehrung, größere Folgen hat, als die zu Zeiten Jonas. Hier haben wir also gewiss keinen Kuscheljesus vor uns.

»Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.«
 Die Königin von Saba kommt den weiten Weg von Südarabien, um Salomo anzuhören. Die Menschen in Jesu nächster Umgebung aber, gehen ihm allzuoft aus dem Weg. Jesu Weisheit ist die vollendete Weisheit, vor der auch Salomo verstummen würde.

Jesus ist mehr als Salomo, mehr als einer der größten Könige. Er ist der König der Könige.
In Zeiten, da die kirchlichen Obrigkeiten in unserem Land Unsummen in bischöfliche Residenzen, Priesterseminare und sonstige "diözesane Einrichtungen" investieren (s. z.B. Stuttgart mit dem neuen, 39 Millionen Euro schweren Ordinariat), und zugleich die Kirchen spartanisch, dumm, bunkermäßig und "funktional" gestaltet werden, wäre es gut, sich daran zu erinnern, warum unsere Vorfahren im Glauben, gerade auch die Armen, immer gern das Beste und Schönste für ihre Gotteshäuser herangeschafft haben. Andreas von Pro Spe Salutis illustriert uns das gerade stündlich (hier).

Ich bin sehr froh, katholisch zu sein und so auch überaus menschlich, nämlich mit allen Sinnen erfassbar, Jesus als den König der Könige anbeten zu können. Das bewahrt mich auch davor, irgendetwas Irdisches, und sei es noch so protzig und prunkvoll, für mehr zu halten, als es ist: Staub und Asche. Es war schon sehr früh ein Anliegen der Christen, die Herrlichkeit Gottes irgendwie, und sei es noch so schattenhaft, anschaulich und greifbar zu machen. Der "Protz und Prunk" kann so auch positiv wirken, er flößt Ehrfurcht ein, fasziniert, gibt uns ein Gefühl für das, was "Schönheit" ist. Wir dürfen aber bloß nicht da stehenbleiben! Schönheit, Herrlichkeit gar, verweist uns auf Gott.
Salomo galt und gilt uns als Inbegriff der Herrlichkeit (vgl. Lk 12,27), doch hier ist mehr als Salomo.

Zollitschs Weisheit

»Wir haben ein gewaltiges Glaubwürdigkeitsproblem« (hier)

Das ist richtig.
Aber Herr Zollitsch sieht den Grund natürlich nicht darin, dass wir, der Vorreiter ist das Erzbistum Freiburg!, unseren Glauben aufgeben, sondern: weil wir Geld ausgeben.
Alles klar?