Sonntag, 6. Mai 2012

KatholikentagsKuriositäten 9


Heute, zum Abschluss dieser neunteiligen Serie (ich wollts nich zweistellig machen...), mal beispielhaft ein paar Sachen, die zumindest ein gewisses Stirnrunzeln verursachen.

Vortrag mit Diskussion
Historisch-kritische Exegese 
Eine zweite Naivität mit Ignatius von Loyola (S. 503)
???

Bibliolog
Wer aufbrechen will, muss auch etwas abbrechenkönnen
Adams und Evas Aufbruch aus Eden (Gen 3–4)(S. 103)
Ähm... Adam und Eva wurden rausgeschmissen; die sind nicht freiwillig "aufgebrochen"!..

Werkstatt
Switch – Krea-tiefe Übungen zum Gottesdienst
Ein Modell zur liturgischen Bildung für Ministrantinnen und Ministranten (S. 255)
...

Es ist zu einfach... im Grunde findet sich auf fast jader Seite so Zeugs... 
Natürlich bietet der Katholikentag auch viel Gutes. Es ist dort tatsächlich das ganze Spektrum der katholischen Kirche in Deutschland (und darüber hinaus) vertreten: Vom ZdK bis zu den Leuten von Summorum Pontificum, von Tiergottesdienstlern bis zu Nightfever.
Am auffälligsten, aber für das Konzept dieser Serie ungeeignet, waren bei der Lektüre des Programmheftes jedoch vor allem die Sachen, die darin nicht zu finden sind. Als da z.B. wären: Das Jahr des Glaubens (die vllt. wichtigste Initiative des aktuellen Pontifikats), der Papstbesuch und seine Folgen (z.B. die Konzerthausrede, die eine einzige Ermahnung an die Kirche in Deutschkland war), Katechese (das Tun, nicht das Drüberreden)... dafür findet man unendlich viele Themen, die genausogut an jedem besseren Parteitag, Tag der Menschenrechte oder einem Volksfest zu finden sind. Dazu brauche ich keinen Katholikentag. 
Das Soziale und seine vielfältigen Problemfelder ist gewiss wichtig, aber wenn seine Abundanz unter den Veranstaltungen einem gänzlichen Fehlen vieler wichtiger Themen, deren Behandlung die Kirche wesentlich und notwendig betrifft, gegenüber steht, halte ich das doch für sehr bedenklich...

Die Weinwurzel und die Reben

Das Bild vom Weinstock und den Reben hat seit dem 19. Jhd. eine gewisse, noch greifbarere Konkretisierung erfahren. Damals wurde in Europa die Reblaus aus Amerika eingeschleppt, der unsere sämtlichen heimischen Sorten (hauptsächlich von Vitis vinifera vinifera abstammend) schutzlos ausgeliefert waren. Alle Weine die heute in Europa angebaut werden, sind auf einer resistenteren wilden Unterlafge bzw. Wurzel aufgepfropft (z.B. Vitis berlandieri), ohne die sie nicht überleben könnten. Auf das Gleichnis angewandt heißt das, dass wir nicht mehr nur von Gott "abhängen" sondern sogar von ihm wie von einer Unterlage "getragen" werden... "Wer unrecht tut, hat keinen Bestand, doch die Wurzel der Gerechten sitzt fest." (Spr 12,3)

Samstag, 5. Mai 2012

KatholikentagsKuriositäten 8

Heute nur eine Winzigkeit, die ich aber überaus persönlich nehme: Nightfever erscheint im Programmheft des Katholikentages (S. 244) unter einer Bezeichnung die garantiert und mit Brief und Siegel völlig unpassend ist... eine Beleidigung!





Wortgottesdienst
Sa     19.30    Nightfever – mach’ die Nacht zum Tag
bis    22.30    Internationaler Jugendgebetsabend mit Eucharistischer Anbetung


Wortgottesdienst... Pffff!
Aber: Es mag daran liegen, dass so etwas wie Nightfever in keine der zahllosen Kategorien reinpasst... schade eigentlich, dass man sich ausgerechnet da so wenig erfinderisch zeigt...

Freitag, 4. Mai 2012

Beleidigt?

Alipius schrieb neulich darüber, dass es immer mehr einen Trend unter Katholiken gibt, von allem Möglichen persönlich beleidigt zu sein. Daher, weil es immer weniger um Christus geht und immer mehr um den Christen.
Daran sei, weil es mich auch sehr umtreibt, ein Gedanke angeschlossen. Es mag sich darin auch eine gewisse Wut Bahn brechen (vgl. Mt 21,12...).

Der Christ ist Teil einer Gemeinschaft. Er wird es durch die Taufe, ein Sakrament, dessen Spender, wie bei allen Sakramenten, die Kirche (das Grundsakrament) ist. Man kann sich nicht selber taufen. Gleichermaßen kommt man auch nicht von sich aus zum christlichen Glauben. Zwar ist es möglich, durch die Natur/Vernunft mit Gewissheit auf die Existenz Gottes zu kommen, aber eben nicht mehr als dies. Es ist ein doppeltes Paradoxon, das schon bei den Vätern anzutreffen ist, dass die Kirche ihre Kinder in sich hinein gebiert, indem sie sie in der Taufe in den Tod Jesu hineinnimmt.
Da wir alle dieser Kirche, diesem Leib Christi eingegliedert sind, haben wir auch alle Anteil an dem einen Geist und seinen (unterschiedlichen!) Gaben.
Es entsteht eine interessante Spannung zwischen dem Individuum und der Gemeinschaft: Obzwar jeder für sich den Glauben hat, glaubt doch jeder nur aufgrund der Vermittlung der Kirche und jeder wird auch nur Glied dieser Kirche durch das Handeln derselben. Jedes Glauben ist ein Mit-Glauben mit der Kirche.

Hier offenbart sich auch die unmittelbare Verbindung zu Christus: Das Handeln der Kirche geschieht ja nur in Verbindung mit dem Handeln Gottes. Die Kirche spendet die Sakramente nicht aus eigener Potenz. "Christus", so drückt es Joachim Negel im Hinblick auf die Eucharistie wunderbar aus, gibt "sich seinem Vater nur in Verbindung mit seinem 'mystischen Leib' hin", sodass die Gläubigen "sich in ihrer Hingabe an Gott mit der Hingabe Christi vereinigen."
Die Verbindung mit dem Leib, der die Kirche ist, ist zugleich die Verbindung mit Gott. Es ist nicht optional, es ist kein Epiphänomen des Christseins. Es ist das was uns als imitatores Christi überhaupt erst konstituiert.

Darum ist der Gehorsam, das Hören, so wichtig...: Nicht damit alle Beteiligten eines Stuhlkreises oder eines Dialogprozesses einander zuhören können, sondern damit wir auf Gott hören. Da aber Gott einmalig und endgültig in der Geschichte erschienen und Mensch geworden ist, geht dieses Hören nicht so einfach. Wie es Bischof Ludwig Schick einst auf den Punkt brachte: "In der Kirche halten zur Zeit nicht wenige ihren eigenen Vogel für den Heiligen Geist."
Nein, was uns geblieben ist, worauf wir hören sollen, und zwar nicht als Unfall der Geschichte sondern von diesem Gott, Christus, selbst eingesetzt und autorisiert, ist die Kirche und ihr Dienstamt (apostolische Sukzession!). Hier ist uns Überliefert, hier ist uns verbürgt und treu verwaltet, was der Herr uns aus seiner Fülle gegeben hat.


An die, die gerne die beleidigte Leberwurst spielen wollen: bitteschön... es zeugt allerdings weder von evangelischem Geist noch von besonderer Klugheit, das zu relativieren oder zu desavouieren, was uns 2000 Jahre lang das Evangelium tradiert hat, und zugleich anderen oktroyieren zu wollen, womit man sich selbst am Schreibtisch ergötzt. Auch ihr seid Glieder dieses Leibes Christi, seid Teil dieser Kirche. Wenn ihr "die Kirche" angreift und ihre Ordnung mit Füßen tretet, dann stecht ihr euch damit selbst in die Kniekehle. Ihr gehört zu dieser Kirche, aber ihr tut wirklich alles, damit man das nicht merkt. Gefällt euch das?
Liebes BDKJ, liebe kfd, liebes ZdK und wie ihr alles abgekürzt werdet: Wisst ihr, wo ihr ohne den "pitterpösen Babst und seine Schergen" wärt? Nicht da. Punkt.

KatholikentagsKuriositäten 7

Nachdem ich diese Woche schon einige der "thematischen" Eucharistiefeiern vorgestellt (und auch auf dankbare Ausnahmen hingewiesen) habe, will ich die absurde Steigerung dieses bedenklichen Treibens, der "Thematisierung" von Eucharistiefeiern, nicht aussparen.
Auf Seite 378 des Programmheftes findet sich dieses hübsche Event, bei dem die Eucharistiefeier nurmehr der Rahmen zu sein scheint für das eigentliche Ereignis: die Vorstellung eines Gemäldes.

Eucharistiefeier
Der ausgesparte Mensch
In der Messe wird das Originalbild „Der ausgesparte
Mensch“ (1977) von Walter Stallwitz vorgestellt.

Wenn die Messe der Rahmen ist, ist dann das Sakrament der Eucharistie das Passepartout?

Nicht als Messe, aber immerhin als "Wortgottesdienst" überschrieben, gibt es dann auf Seite 379 noch (nicht überraschend, aber dennoch erwähnenswert) dies:

Lernt von den Tieren
Ein Gottesdienst für Mensch und Tier

Donnerstag, 3. Mai 2012

KatholikentagsKuriositäten 6

lectio divina
Eines der ersten Missverständnisse, das sich bei mir geklärt hat, als ich begann, mich mit dem katholischen Glauben zu beschäftigen, war begrifflicher Natur: Ich hatte, wie wohl fast jeder in unseren ignoranten Breiten, und leiderleider auch viele Katholiken, mit dem Wort "Meditation" etwas assoziiert, was in etwa dem Lotussitz und dergleichen entspricht. Das sind klassische Positionen des Yoga und sie gelten als inbegriff von "Meditation". Eine Googlesuche nach "meditation" fördert unendlich viele solcher Bilder zutage.

Der Sinn von Yoga (was ethymologisch mit "Joch" verwandt ist) besteht darin, ganz buddhistisch eben, sich aus der Kette der Kausalitäten der Welt herauszuheben, nicht mehr mit der Welt zu interagieren, sowohl physisch, als auch geistig. Sowohl die äußere wie die innere Tätigkeit soll zum erliegen kommen, um aus diesem elenden Weltgefüge und dem Kreislauf der ewigen Wiedergeburten (Samsara) sich zu befreien.

Ich lernte alsbald, dass "Meditation" ein Fachterminus ist, der eine klare Bedeutung auch in der katholischen Geisteswelt hat. Aber diese Bedeutung ist eine vollkommen andere, als die eben angeführte. Sie ist so verschieden, dass es nicht einfach nur das Gegenteil ist, sondern etwas gänzlich anderes. Der KKK gibt Auskunft (2705): "Das betrachtende Gebet, die Meditation, ist vor allem ein Suchen. Der Geist sucht das Warum und das Wie des christlichen Lebens zu erfassen, um dem, was der Herr verlangt, zustimmen und antworten zu können." Und weiter (2708): "Das betrachtende Gebet macht vom Denken, von der Einbildungskraft, von der Gefühlsbewegung und vom Verlangen Gebrauch. Dieser Einsatz ist notwendig, um die Wahrheiten des Glaubens zu vertiefen, die Umkehr des Herzens anzuregen und den Willen zur Nachfolge Christi zu stärken."

Davon ausgehend, gibt es heute, aus der Kategorie "Dinge, die das katholische Profil nicht wirklich stärken" drei Schmankerl aus dem Bereich "Meditation" (S. 111, 112 und 113 des Programmheftes):


Meditation
Spiritualität mit Leib und Seele – Yoga für Christen
Meditation
Der Zenweg für Christen

Meditation
Mit dem Körper beten - Yoga und Tanz


Freilich heißt es im KKK auch (2707):  "Die Methoden betrachtenden Gebetes sind so unterschiedlich wie die geistlichen Lehrer. Ein Christ soll regelmäßig meditieren", aber das gilt nur unter der zurvor gegebenen Definition von "Meditation" und wird auch im selben Abschnitt noch präzisiert: "Eine Methode aber ist nur ein Führer. So ist es wichtig, mit dem Heiligen Geist auf Christus Jesus, dem einzigen Weg des Gebetes, voranzuschreiten"...


PS. Tanz kommt am Katholikentag recht häufig vor in Meditationen wie in Gottesdiensten. Ich habe nichts gegen Tanz, im Gegenteil. Aber er hat seinen Ort! Ich will darum folgenden Wink mit dem Zaunpfahl nicht unterlassen: Es gibt auch eine eigene Bereich "Tanz" im Program des Katholikentages (z.B. S. 114f).

Mittwoch, 2. Mai 2012

Der kleine Unterschied

"Kirchenkritik!" ist ein Schlagwort. Mehr noch: Ein Schlachtruf! Wer medial präsent sein will, der muss "die Kirche kritisieren". Aller Orten, wann immer es um "Kirche" geht, findet man "Kritik". Man ist gehalten, auch und besonders als Student der Theologie, immer "kritisch" der Kirche gegenüber zu stehen. (Dass man als Katholik gefälligst IN der Kirche steht und zu stehen hat, wird einem dagegen nur sehr selten gesagt.)

Ganz ehrlich: damit kann ich gut leben. Ja, es ist sogar unabdingbar für mein Leben in dieser Kirche!

Vor meinem Katholischwerden, und das sage ich nicht zur Selbstbeweihräuscherung, sondern weil ich ein Argument vortragen will, hatte ich genügend Zeit um mir einen interrogativen und stets skeptischen Verstand anzutrainieren.
Und das habe ich beibehalten. Ich kritisiere ständig die "Kirche". Auch meine Kritik des Katholikentages dieser Tage ist nichts anderes. Wann immer ich etwa liturgische Missbräuche oder das Schweigen der deutschen Bischöfe zum Jahr des Glaubens mokiere, tue ich nichts anderes als "Kirchenkritik". 

Kirchenkritik heißt für mich, dass ich mich mit der Praxis, also gewissermaßen der lex agendi der Kirche nicht automatisch abfinde, sondern diesen "Kampf der Sünder um die Heiligkeit" (J. Ratzinger), der die Kirche ist, mitkämpfe. Das kritische Bewusstsein gegenüber der Kirche basiert auf dem Wissen, dass sie eine ecclesia militans ist, genauso wie auf dem Wissen, dass sie Leib Christi, Seine Braut, Haus Gottes und Tempel des Geistes ist.

Kirchenkritik heißt für mich, dass ich mich mit der lex agendi (und darin oft auch der lex orandi) meiner (Orts)Kirche nicht einfach abfinde, sondern sie so gut es eben geht immer an der lex credendi messe und schaue, was gut und was schlecht, was wahr und was falsch ist. Ich kann die Kirche nicht einfach ändern. Das ist, zumal als Laie, nicht meine Aufgabe. Ich kann aber mich verändern. Ich kann es vormachen. Und ich kann auch, wenn mir das "Vormachen" von oben herab vermießt oder gar unmöglich gemacht wird, auch meine Brüder in Xto ermahnen. Und das ist auch meine gottgegebene Pflicht!

Die medial präsente (und monetär höchst rentable) "Kirchenkritk", v.a. die, die aus dem Innern des katholischen Organismus kommt, hat zumeist nichts mit dem eben Beschriebenen zutun. Hier wird die lex credendi gemessen, und zwar am Zeitgeist, dem die lex agendi teilweise schon längst verfallen ist. 

Ja, ich bin sehr kritisch mit meiner Kirche. Aber der Maßstab ist der Glaube: Der Maßstab, an dem die oft so verschmutze und verunstaltete Kirche gemessen werden muss ist nicht der Boden, von dem der Staub und der Dreck stammt, mit dem ihr Antlitz verschmutzt wurde. Der Maßstab ist ihr reines, gottgewolltes Ideal. So wie Gott die Kirche will, so wie er sie sieht(!): Daran gilt es sich zu orientieren. Und darauf gilt es auch zu hören: Sie ist und bleibt ja auch die Mutter ihrer Kinder!

Man hat die Wahl: Man kann "die Kirche" kritisieren, man soll es sogar. Die Heiligen waren sehr oft auch heilige Mahner. Was aber viel zu oft passiert, und hier ist der Unterschied, ist eine Kritik des Glaubens der Kirche. Statt in aller Ernsthaftigkeit nach der Heiligkeit der Kirche zu fragen, hört man oft ein Gezeter und eine Phrasendrescherei, die, bei genauerem Hinhören, an eine bekannte Titelmusik erinnert...: 2 x 3 macht 4... Widdewiddewitt und Drei macht Neune !!... Ich mach' mir die Welt... Widdewidde wie sie mir gefällt...

Augustinus sagt irgendwo in seinem Johanneskommentar, dass die Kirche zu Christus unterwegs ist. Aber, so sagt er, um zu ihm zu gelangen, muss sie die Erde betreten. Darum lässt Augustinus, das Hohelied zitierend, die Kirche sagen "Ich habe meine Füße gewaschen; wie sollte ich sie beflecken?" (Hld 5,3) Sie bedarf darum immer wieder der Reinigung.  Aber es gilt zu unterscheiden zwischen dem Schmutz und dem Antlitz. Zwischen dem Ungemach ihrer Glieder und ihrem Wesen, zu dem unbedingt auch der (ganze!) Glaube gehört.

KatholikentagsKuriositäten 5

Beim letzten Mal befasste ich mich mit der unseligen Vorgehensweise, jede Heilige Messe und jeden Wortgottesdienst "thematisch" aufzuladen.
Interessant ist, dass es einige Ausnahmen gibt, die mir nicht zufällig scheinen (im Programmheft, S. 378): 









Eucharistiefeier
Fr     10.00     Feier der Göttlichen Liturgie unseres Vaters unter den Heiligen Johannes Chrysostomos (St. Peter, Augartenstr. 94)

Eucharistiefeier
Fr     18.00     Levitiertes Hochamt in der außerordentlichen Form des römischen Ritus (Maria Hilf, August-Bebel-Str. 49)


Da wo man den Wert der Liturgie (ihre Heiligkeit!) noch kennt, scheint der Drang zur "Thematisierung" deutlich weniger ausgeprägt zu sein... Auf der selben Seite heißt es bei einer weiteren Eucharistiefeier dann wieder im Titel "Männer beten für den Frieden"... *seufz*


PS. Es findet noch eine zweite "alte" Messe am Katholikentag statt, die merkwürdigerweise nicht im Programmheft auftaucht: am Samstag um 9.00 Uhr. Zelebrant wird Pfarrer Hendrik Jolie vom Netzwerk katholischer Priester sein (ebenfalls in der Maria-Hilf-Kirche).

Dienstag, 1. Mai 2012

KatholikentagsKuriositäten 4

Eines der bedenklichsten Phänomene bei diesem Katholikentag scheint mir zu sein, dass nahezu jeder Wortgottesdienst und jede Heilige Messe einen "Titel" oder ein "Thema" hat. Die Bandbreite offenbart alles, nur keine Grenzen der Banalität. Es ist für mich völlig unbegreiflich, wie man eine Eucharistiefeier überhaupt unter ein Thema stellen kann, erst recht eines, das nicht Gott selbst und seine Sakramenten betrifft.
Eine erstaunliche Abkehr (ein Aufbruch?) vom Wesen der Heiligen Messe (die übrigens im Programmheft nie so genannt wird) bricht sich Bahn, wenn man auf Seite 40 gleich dreimal hinter einander Eucharistiefeiern mit merkwürdigen "Titeln" findet (alles Freitags, 12:30, verschiedene Kirchen):

Eucharistiefeier
Vision (im)possible!
Eucharistiefeier
Familiengottesdienst Abenteuerland
Eucharistiefeier
Großsekte oder Kirche im Aufbruch?

Das Erste ist nur peinlich. Das Zweite ziemlich abgedreht und Nummer drei wäre als Titel für einen Vortrag oder eine Podiumsdiskussion sicherlich besser geeignet... Familiengottesdienste mögen ja vllt. ihren Sinn haben (obzwar ich nicht glaube, dass Anbiederung und "let's dumb down the whole thing" der richtige Weg sind, um Kinder für das Mysterium unseres Gottes zu begesitern). Aber sowas? Was zum Henker soll das? Reicht es nicht, das Gedächtnis des Lebens, Leidens, Sterbens und Auferstehens unseres Herrn und dessen reale Vergegenwärtigung zu feiern?

Der Lichtblick: Schon sehr bald kräht kein Hahn mehr danach... diese verirrung hat eine extrem niedrige Halbwertszeit und einen dazu umgekehrt proportionalen Ernüchterungsfaktor. Die Liturgie der Kirche hingegen, die ja nur Anteilnahme an der himmlischen Liturgie bei Gott ist, ist eine Institution für die Ewigkeit!

Montag, 30. April 2012

KatholikentagsKuriositäten 3

Aus dem Programmheft des Katholikentages (eingeordnet unter "Nachtgebet", S. 44). 

Ohne Kommentar:

The Sound of Silence 
Einen neuen Aufbruch wagen: Ich mal dir Blumen auf die Haut